Spielten sich in die Herzen des Publikums: Efisio Contini,«Jokerwoman» Dodo Hug (Bild) und Andreas Kühnrich.
Spielten sich in die Herzen des Publikums: Efisio Contini,«Jokerwoman» Dodo Hug (Bild) und Andreas Kühnrich.

Bühne

Offene und verdeckte Karten

Dodo Hug zog in der KKS-Aula alle Register: Sprachenvielfalt und Sprachwitz, Stimmgewalt und Stimmvirtuosität, zarte und harte Töne aus diversen Instrumenten. Das schlecht besuchte Konzert konnte die Anwesenden vollauf begeistern.

Es gab nur eine Enttäuschung am Donnerstagabend: Gerade mal 40 Personen hatten sich in dieAula der Kantonsschule bequemt, um Dodo Hug und ihren Mitmusikern zuzuhören. Ein solch kleines Publikum hat die quirlige Chansonnière, musikalische Vielsittich und Sprachakrobatin sehr lange nicht mehr vor sich gehabt. Nichtsdestotrotz war ihr Konzert ein Genuss, eine Reise von Kolumbien zu den Kapverden, mit Halt in Sardinien und am Thunersee. So vielfältig wie die Reiseziele waren die mitreissenden Songs in mindestens sieben Sprachen und die zum Nachdenken anregenden Texte.

Konzert-Spiel

Der Titel «Jokerwoman» war denn auch Programm. Schon zu Beginn liess Dodo Hug wissen, dass sie das Publikum mitnehme und dabei mit offenen und verdeckten Karten spiele. Dazu übernahmen ihre Mitmusiker Efisio Contini und Andreas Kühnrich eine wichtige Rolle. Kühnrich spielte verschiedene Saiteninstrumente, vornehmlich aber einfühlsam Cello. So weit die offenen Karten. Als er sich das Cello in einem Song aber querweg auf die Beine legte und es hinreissend wie einen Elektrobass bespielte, war klar, dass auch die verdeckten Karten jetzt offen auf der Bühne liegen. Feinsinnige, auch melancholische Songperlen und liebliche Balladen bildeten den Schwerpunkt einer ruhigeren ersten Hälfte, in der auch Berner Chansons und lautmalerischer Gesang Platz fanden. Dodo Hugs Musik ist noch lebens- und reiseerfahrener geworden, entsprechend inszeniert sie auch fremdeWelten lust- und genussvoll. Im zweitenTeil kamen viel Lebensfreude und schnellereTöne dazu. Die Chansonnière zeigte sich dabei offen, neben Jazz, Blues, Canzoni und Volkslied auch neuzeitlichen Rap in ihr musikalisch unverwechselbares Programm einzubetten.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

15.09.2012

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schwyzkultur.ch/X3Njtp