Stolz auf den roten Pass: Massimo Rocchi.
Stolz auf den roten Pass: Massimo Rocchi.

Bühne

Rocchi als Karikaturist der neuen Heimat

Das aktuelle Programm von Kabarettist Massimo Rocchi bietet eine Geschichtsstunde in Comedyform mit unzähligen Pointen, nur zum Thema Schweiz. Über die Vorfahren der Schwyzer, die am Freitag seine Vorstellung besuchten, sagte er: «Di hei gschaffet u gschwitzt.»

«Hoi, ich bi Schwiizer», begrüsste Rocchi das Publikum, nachdem Zäuerli und Talerschwingen eingespielt wurden. Er begründete das Schweizersein damit, dass er wie alle Schweizer die Nötli gefaltet im Portemonnaie trage und den Fünfliber im Hosensack spüre. Vor einigen Jahren wurde Massimo Rocchi eingebürgert. Zum Beweis zeigte er seinen roten Schweizer Pass vor.

Ein Muni für Manager

Rasend schnell folgten Pointen und Wortwitze aufeinander, auch wenn der gebürtige Italiener seit seinem ersten Kabarettprogramm «äuä» gerne den langsamen Berner Slang nachahmt. Ein Beispiel für Rocchis Wortwitz: Manager sollten nicht «Money», sondern wie die Schwinger einen Muni erhalten. Auch aktuelle Bezüge wurden hergestellt. So erwähnte er zwischendurch auch, dass die französischsprachige Schweiz ja fast keinen Fussballklub mehr habe. Sodann holte Rocchi weit aus und erwähnte, dass Gott ein Schweizer war: Er hat Adam und Eva aus dem Paradies «ausgeschafft». Falls nicht die Schöpfungsgeschichte, sondern die Evolutionstheorie recht hat, so müsste der erste Schweizer ursprünglich ein Afrikaner und aus dem Süden eingewandert sein. Bekannte Episoden aus der Schweizer Geschichte wurden wahllos karikiert, etwa dass die Igelformation als Strategie für Schlachtensiege eingesetzt wurde, nach dem Motto «Zäme blybe u nid jufle».

Rocchi wird auch mal laut

Weshalb die Schweiz sieben Bundesräte hat? Darüber denkt Rocchi nicht lange nach: «Es isch eso u fertig!», stellt er nämlich wie üblich fest. Dass man Bundesrat wird, wenn man nicht zur Verfügung steht und dann die Wahl annimmt, erstaunt den Neoschweizer sehr. Geht es um Vorgänge im Bundesratszimmer, wird Rocchi schnell ziemlich laut. So laut wie sonst nur, wenn er sich über die Temporegeln auf der Autobahn aufregt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

05.03.2012

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www.schwyzkultur.ch/fe9H6N