Drei Männer und eine Strohpuppe, die lebendig wird: Die drei Sennen, gespielt von Beat Tschümperlin (von links), Zälli Beeler und Urs Kündig, sinnieren über das Sennentuntschi, gespielt von Ursula Bürgler. Bild Stefan Zürrer
Drei Männer und eine Strohpuppe, die lebendig wird: Die drei Sennen, gespielt von Beat Tschümperlin (von links), Zälli Beeler und Urs Kündig, sinnieren über das Sennentuntschi, gespielt von Ursula Bürgler. Bild Stefan Zürrer
«Sennentuntschi» in Spinnerei - 1

Bühne

«Sennentuntschi» in Spinnerei

Die Bühne 66 in Schwyz feiert morgen Samstag, 9. April, mit «Sennentuntschi» Premiere. Hansjörg Schneiders Dialektschauspiel wird in einer Fabrikhalle aufgeführt.

Weil der Verenasaal in Ibach, in dem die Bühne 66 üblicherweise Theater spielt, umgebaut wird, hat sich der Schwyzer Theaterverein auch für seine diesjährige Produktion nach einer Alternative umgesehen. Fündig wurde er nur rund sechshundert Meter entfernt, in einer alten Spinnerei. Die Fabrikhalle erweist sich als idealer Spielort, um das von Hansjörg Schneider geschriebene Stück überraschend neu umzusetzen. Regie führt der Einsiedler Oscar Sales Bingisser.

Urgewalt überrollt Sennen

Der Dramatiker und Schriftsteller Hansjörg Schneider schrieb das Stück, nachdem ihm ein Freund die alte Sage vom Sennentuntschi erzählt hatte. Er erkannte die Brisanz des Stoffes und schuf daraus das Dialektschauspiel, das 1972 in Zürich uraufgeführt wurde. Es löste erst 1981 in der Fernsehversion mitWalo Lüönd einen Skandal aus. 30 Jahre später zeigt nun die Bühne 66 in ihrer Version, dass das Stück in Form und Inhalt spannend wie eh und je ist. Gezeigt wird, wie drei überforderte Sennen von einer Urgewalt völlig überrollt werden.

Ein sprechendes Ding

Ein langer Sommer abseits der Zivilisation, Langeweile und sexueller Notstand sind die Gründe, dass drei Älpler im trunkenen Zustand aus einer Weinflasche, einer Mistgabel und einem alten Mantel ein Tuntschi basteln, mit dem sie allerlei obszöne Spässe treiben. Dann die Überraschung: Das Sennentuntschi verwandelt sich in ein sprechendes und sich verselbstständigendes Ding, das brutal in ihren Alltag eingreift. Jeder der drei Charaktere reagiert anders auf das weibliche Alpenmonster. Als der Alpabzug naht, stellt sich das Problem, wohin mit dem Ding, das längst kein Ding mehr ist.

Premiere

Samstag, 9. April,
20.00 Uhr

Infos/Tickets

www.buehne66.ch

Boet der Urschweiz

Autor

SchwyzKulturPlus

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

08.04.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/3Sm9Yi