Die Bühne ist ein Wohnwagen: (von links) Beat Tschümperlin, Ursula Bürgler und Urs Kündig spielen das «Sennentuntschi» an der Presseprobe. Bild Désirée Schibig
Die Bühne ist ein Wohnwagen: (von links) Beat Tschümperlin, Ursula Bürgler und Urs Kündig spielen das «Sennentuntschi» an der Presseprobe. Bild Désirée Schibig

Bühne

«Sennentuntschi» lebt im Wohnwagen

Was passiert, wenn drei Männer über längere Zeit in beengenden Verhältnissen zusammenleben? Antworten darauf gibt das Stück «Sennentuntschi», das dieses Jahr von der Bühne 66 inszeniert wird und am Samstag, 9. April, Premiere feiert.

An der Bühnenprobe bekamen Presseleute diese Woche Informationen zum Stück und zur Inszenierung aus erster Hand. So konnte man von Regisseur Oscar Sales Bingisser erfahren, dass er das «Sennentuntschi » von Hansjörg Schneider schon immer einmal aufführen wollte. Er sei begeistert von dieser Tragödie und vom extrem spannenden Stoff. Das Sennentuntschi versteht er als eigentliche Urkraft. Als das Stück 1972 zum ersten Mal im Fernsehen gezeigt wurde, löste es bei Teilen des Publikums einen riesigen Skandal und ein dementsprechendes Medienecho aus. Das sei immer noch in den Köpfen der Leute, meint der Regisseur. «Jeder weiss etwas zum ‹Sennentuntschi›, jeder glaubt es zu kennen.» Er aber wolle weg vom Skandal, es werde keine Haut gezeigt, und die derbe Sprache und Gestik seien nur ein sehr kleiner Teil vom Stück. Ihm gehe es um die Psychostruktur dieser drei Männer.

Drei erfahrene Darsteller

Das Stück eignet sich auch, weil es nur vier Schauspieler braucht, sodass noch genügend Spielerinnen und Spieler für das Gmeindsfäscht im August in Schwyz frei sind. Zälli Beeler, Präsident der Bühne 66, der selber schon mehrmals Regie geführt hat, spielt einen Senn. Weiter spielt Urs Kündig einen Senn, auch er langjähriger Spieler bei der Bühne 66 und ehemaliger Regisseur – und schliesslich Neuling Beat Tschümperlin. Das Sennentuntschi wird von Ursula Bürgler, auch sie langjährige Spielerin bei der Bühne 66, dargestellt.

Beengende Verhältnisse

Wegen dem Umbau des Pfarrheims in Ibach wird das Stück heuer in einer Lagerhalle der alten Spinnerei in Ibach aufgeführt. Die ganze Theatertruppe scheint sich über die dadurch entstandenen neuen Möglichkeiten und über die grosszügigen Platzverhältnisse zu freuen. So auch Fredy Suter, der für das Bühnenbild verantwortlich ist. Er stand vor der Herausforderung, die beengenden Verhältnisse in einer Alphütte zu inszenieren, wobei er auf keinen Fall einfach ein Alphüttli aufbauen wollte. Weil die Geschichte des «Sennentuntschi» schliesslich überall und nicht nur auf der Alp stattfinden kann, kam er weg von einer naturalistischen Abbildung und auf die Idee des Wohnwagens. Mit seinem Bühnenbild will er die Zuschauenden zum Nachdenken anregen. Auch auf ein paar Spezialeffekte darf sich das Publikum dieses Jahr freuen, so viel sei verraten.

Kreativität und träfe Mundart

Ein Erfolgsrezept der Bühne 66 ist es, bekannte Stoffe auf eigene Weise und in Schwyzer Mundart zu inszenieren und immer wieder neue Wege in der Darstellung zu finden. Bei so viel Kreativität und Enthusiasmus darf das Publikum aufs «Sennentuntschi » gespannt sein. Premiere ist am 9. April, darauf finden bis zur Derniere am 28. Mai dreimal pro Woche Aufführungen statt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

01.04.2011

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schwyzkultur.ch/Z27JF1