Tobias Wiget als Prospero (links) und Silvan Betschart als Alonso (kniend) versöhnen sich am Schluss des Stücks. Bilder Andreas Seeholzer
Tobias Wiget als Prospero (links) und Silvan Betschart als Alonso (kniend) versöhnen sich am Schluss des Stücks. Bilder Andreas Seeholzer

Bühne

Shakespeare als Farbtherapie im Kollegi

Im Kollegi kommt Shakespeare auf die Bühne. Das bunte Spektakel wirkt wie eine Farbtherapie.

Um das Pferd von hinten aufzuzäumen: Nach dem Stück «Sturm» verlässt man die Aula des Kollegis glücklich. Der Funke ist gesprungen, eine wohlige Zufriedenheit hallt nach. Nachhaltig wirkt die Freude, welche die jungen Schauspieler versprühen: Tanzund Gesangseinlagen, ein hervorragendes Bühnenbild, vielfältigste Kostüme und über alle dem der englische Dramatiker William Shakespeare. Es ist sein letztes, vermutlich autobiografisches Stück. Aber keine Angst, der Dramatiker kommt abgespeckt daher: Regisseur Klaus Opilik hat die Sprache angepasst und die Komplexität vereinfacht. Der «Sturm» ist damit verständlich inszeniert. Auch wenn es anfänglich nicht immer einfach ist, die Figuren genau zu orten.

Am Ende alles klar

Wenn der Vorhang fällt, ist alles klar: Die Aufführung lässt einen nachdenklich zurück, das Werk und deren Umsetzung funktionieren im besten Sinn. Kein Thrash, kein Klamauk – aber auch nie langweilig. Das Stück handelt vom Schicksal Prosperos und seiner Tochter. Dieser wurde als Herzog von Mailand von seinem Bruder vertrieben, ist auf eine Insel geflüchtet, überwindet mittels Magie seine dort gestrandeten Feinde und kehrt, nachdem seine Ehre wiederhergestellt wurde, in seine Heimat zurück. E-Gitarre und i-Phone sind ebenso Teil der Inszenierung wie ein Film zu Beginn: Bereits hier lässt sich ahnen, dass mit feiner Feder und mit der nötigen Portion Ironie gezeichnet wird.

Bote der Urschweiz (Andreas Seeholzer)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

20.02.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/dWHFNa