Litera-Tour: Karl-Heinz Helmschrot nahm das Publikum mit auf eine dichterische Reise zu «Faust». Bild Christian Ballat
Litera-Tour: Karl-Heinz Helmschrot nahm das Publikum mit auf eine dichterische Reise zu «Faust». Bild Christian Ballat

Bühne

Unterhaltende «Faust»-Bildung an der KKS

Zweideutig begann Karl-Heinz Helmschrot seine Interpretation von «Faust». Die «Faust»-Bildung könne der Kampfesbereitschaft oder der Wissensvermittlung dienen.

Gleich zu Beginn machte der Vollblut-Komödiant und Schauspieler alles klar. Im Publikum waren schnell drei Figuren gefunden, die ihm durch den ganzenAbend die Gelegenheit boten, ins abwechslungsreiche Spiel miteinbezogen zu werden. «Müller» durfte als Lehrer hinhalten, «Hürlimann» als trinkender und nicht viel wissender Schüler und «Fräulein Hehl» als Streberin mit lehrerbezogener Schäferstündchenvergangenheit.

Bild und Dung

Auch klar machte Karl-Heinz Helmschrot im Rahmen des «Kultur an der KKS»-Abends, dass hier so lange «Faust» gepaukt werde, bis der Stoff entweder sitze oder aber der öffentliche Verkehr seinen Betrieb wieder aufnehme. «Da steh’ ich nun, ich Amateur …» sagte er in Anlehnung an die literarische Vorlage und legte los. Nicht ohne auch auf die Zweideutigkeit von Bildung (Bild und Dung) einzugehen. In Windeseile und mit einem Minimum an Requisiten wechselte er die Rollen. Mal parodierte er den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, dann wieder schlüpfte er in die Haut von Mephisto. Auch als Gretchen wusste Helmschrot das nur spärlich erschienene, aber bestens gelaunte Publikum zu begeistern.Hilfsmittel dafür waren eine ausgeprägte Mimik, zwei Holzkisten, ein Stoff, der gleichermassen als Tischtuch und Schal diente sowie eine Gitarre.

Vielseitigkeit aufgezeigt

Neben dem mitreissenden Schauspiel zeigte er auch akrobatische Einlagen, etwa als er sich wie eine Marionette über die Bühne bewegte. Für Begeisterung und Respekt sorgte auch die Jonglage, die er mit brennenden Feuerstäben vollzog.Weil «Faust» in seiner Originalfassung nicht sehr fröhlich endet, hat Helmschrot den Schluss umgeschrieben und mit Schirm, Charme und Melone präsentiert.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

17.03.2011

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schwyzkultur.ch/rPSEAb