Daniel Ziegler (links) und Simon Enzler begeisterten das Publikum. Bild Sandra Büeler
Daniel Ziegler (links) und Simon Enzler begeisterten das Publikum. Bild Sandra Büeler

Bühne

«Verstohlener» Humor im Chupferturm

Am Samstag trat der Appenzeller Politkabarettist Simon Enzler mit seinem Bühnenpartner und Bassist Daniel Ziegler auf der Kleinbühne Chupferturm in Schwyz mit seinem neuen Programm auf.

Simon Enzlers 8. Bühnenprogramm «vestolis» lockte viele Zuschauer an. Der Chupferturm in Schwyz war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Sie wurden nicht enttäuscht. Der Kabarettist Simon Enzler traut sich zu sagen, was niemand ausspricht. Hinter vorgehaltener Hand, also «vestolis» (dt. im Verborgenen/ verstohlen), ist in unserer Gesellschaft fast alles möglich. Wenn es aber darum geht, seine Meinung offen zu vertreten, sieht es anders aus. Ganz anders tritt Simon Enzler in seinem Programm auf. Er scheut sich nicht davor, heikle Themen skeptisch zu hinterfragen.

Niemand ist vor Enzler sicher

Direkt, unverblümt und mit seinem schon fast legendären Appenzeller Dialekt spricht Simon Enzler eben solche Alltagsthemen auf seine eigene, unverkennbare humoristische Art an. Er zeigt dem Publikum den Spiegel vor. Hört man dem preisgekrönten Komödianten zu, muss sich jeder eingestehen, wie viel schmerzliche Wahrheit hinter seinen Weltuntergangstheorien steckt. Man erkennt sich in seinen Parodien selbst wieder. Und niemand ist vor den bissigen Parodien in Enzlers Programm sicher, seien es die Behörden, die Steuerämter, die Medien oder die Politik. Selbst der Papst wird zur Zielscheibe von Enzlers Humor.

«Eine herbe Art von Humor»

Simon Enzler behauptet von sich, er habe eine herbe Art von Humor. Er formuliert überspitzt und frech. Seine Parodien jedoch verlieren nie den Draht zur Realität. Umfassende Fragen beantwortet er, indem er die Antworten im Alltag des einfachen Bürgers sucht und findet. Gezielt setzt er Helvetismen ein und spricht den Zuschauern dabei aus der Seele. Zwei Stunden lang bot er den Zuschauern bestes Kabarett. Requisiten benötigt er dazu fast keine. Sein Bühnenpartner Daniel Ziegler umrahmte das Programm mit brillanten Bassklängen. Simon Enzler bleibt sich selbst und motiviert die Zuschauer dazu, Katastrophen, das Leben oder sich selbst mit einer gesunden Portion Humor zu akzeptieren.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

13.01.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/3bV534