Walter Sigi Arnold, mit Feldstecher, Fredy Schuler mit seinem Kopfputz sieht man vorne rechts, links von ihm ist im weissen Kostüm Rahel Knüsel aus Arth. Bild: Emanuel Wallimann, Die Waldstätter AG
Walter Sigi Arnold, mit Feldstecher, Fredy Schuler mit seinem Kopfputz sieht man vorne rechts, links von ihm ist im weissen Kostüm Rahel Knüsel aus Arth. Bild: Emanuel Wallimann, Die Waldstätter AG

Bühne

Zwei stolze Vögel mit Bodenhaftung

Der passionierte Theaterspieler Fredy Schuler aus Schwyz und die Musikstudentin Rahel Bünter aus Goldau spielen auf der
Halbinsel Tribschen im Freilichtspiel «Stadt der Vögel» mit. Sie sind zwei von mehreren Schwyzer Spielerinnen und Spielern.

«Tribschen war für mich unbekannt», sagt Fredy Schuler, seit Jahren Laienspieler bei der Bühne 66. Sehr gut hingegen kennt er Annette Windlin, die Regisseurin von «Stadt der Vögel». Das Freilichtspiel mit dem Text der Autorin Gisela Widmer wird noch bis Ende Juli auf der Halbinsel Tribschen in Luzern gespielt. Annette Windlin rief den Schwyzer an und sagte, sie habe eine Rolle für ihn. «Nach langem Zögern habe ich zugesagt, weil ich ihr nicht Nein sagen kann», lacht Schuler, der nun in der Produktion König Tereus spielt, eine zwiespältige Figur, die zum Wiedehopf wird. Punktgenau auf die Premiere hat es geklappt Gezögert hat Schuler anfänglich, weil es für ihn terminlich eng war, und auch jetzt während der aktuell laufenden Spielzeit ist er weiterhin gefordert, denn pro Woche finden vier Aufführungen statt. Fredy Schuler spielt auf der Freilichtbühne eine Figur, die zu einem Drittel Mensch und zu zwei Dritteln Vogel ist. Wie bewegt man sich als Vogel? Schlägt man mit den Armen, als seien sie Flügel? Fredy Schuler verneint. Genau das sei nicht gefragt. Vielmehr gelte es, den stolzen Gang der Vögel zu imitieren. «Die Kostüme sind unterstützend», erklärt Schuler. Zuvor sei es ihm noch schwergefallen, ein Vogel zu werden.

Punktgenau auf die Premiere hat es aber geklappt.

Nun schielt der Wiedehopf neben seinem Schnabel vorbei und schickt ein grosses Kompliment an Ruth Mächler, welche die Kostüme von «Stadt der Vögel» kreiert hat. Rahel Bünter aus Goldau – neben Georg Schuler aus Schwyz, Rahel Knüsel aus Arth und Hans Greuter aus Goldau auch eine Spielerin aus der Region – doppelt nach: «Nur schon der Kostüme wegen lohnt sich der Besuch.» Sie schwärmt von Mächlers Vogelkostümen und Vogelmasken. In ihrer Rolle als Fredy Schulers Frau wird auch Rahel Bünter in einen Vogel verwandelt. Sie freut sich über den «wahnsinnig schönen Effekt», der sich ergibt, wenn die Spiegel an ihrem Kostüm das Licht reflektieren. Rahel Bünter studiert klassischen Gesang an der Hochschule Luzern. In ihrer Rolle als Nachtigall singt sie zur Musik, die der Brunner Hansjörg Römer komponiert hat. Seit der Premiere hagelt es Komplimente für ihren Nachtigallengesang. «Es gibt Leute, die erzählen, sie hätten während meines Gesangs Hühnerhaut gehabt. Es freut mich als Musikerin, wenn es dem Publikum gefällt.» Nicht nur das freut Rahel Bünter. Sie findet es schlicht grossartig, in einer Naturkulisse zu spielen, in der während des Stückes die Vögel in den Bäumen pfeifen, durch die Kulisse und darüber hinweg fliegen. Sie spricht damit die echten Vögel an, denen die Halbinsel Tribschen Lebensraum ist, nicht die verkleidete Vogelschar auf der Erde mit ihren vogelartigen Bewegungen, die auch körperlich fordernd sind. «Über 90 Minuten hinweg ist das relativ anstrengend», erzählt die Nachtigall.

Mitmachen, um Kontakte zu knüpfen

Rahel Bünter hat schon am Freilichtspiel in Morgarten mit der Regisseurin Annette Windlin zusammengearbeitet, Fredy Schuler bereits in mehreren Produktionen. Beide schätzen die Zusammenarbeit sehr, auch im Team der Theatertruppe in Luzern gefällt es ihnen. Der Masterstudentin bietet eine solche Theaterproduktion zudem die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. «Für Musiker ist dies das A und O», so Rahel Bünter. Mit ihrem Vogelgesang macht sie das bereits gekonnt.

Bote der Urschweiz (Silvia Camenzind)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

01.07.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/KX7YWL