Narrenvater Markus Meyer mit Handörgeler und Steiner Räbe anlässlich des Fasnachts-Underämachä in Steinen. Er hat noch keinen Nachfolger. Bild Erhard Gick
Narrenvater Markus Meyer mit Handörgeler und Steiner Räbe anlässlich des Fasnachts-Underämachä in Steinen. Er hat noch keinen Nachfolger. Bild Erhard Gick

Dies & Das

Fasnacht gehen die Chefs aus

Die «fünfte» Jahreszeit hat begonnen. In den Fasnachtshochburgen Steinen, Morschach und Oberarth mangelt es aber an einem Oberhaupt. Das hat seine Gründe.

Die Fasnacht hat hierzulande nicht nur eine grosse Tradition, sie ist eines der bedeutendsten Kulturgüter in Innerschwyz. Woran mag es da wohl liegen, dass immer häufiger die Fasnachtsvereine Mühe bekunden, Präsidenten oder Fasnachtsoberhäupter rekrutieren zu können? «Es ist schon seit ein paar Jahren sehr schwierig, ein Hudipaar für unsere Oberarther Fasnacht zu finden. Viele Junge sind nicht mehr bereit, Verantwortung zu übernehmen und ein Amt zu übernehmen», sagt Flavian Ketterer, Präsident der Chlapfgassfäger Oberarth und der Fasnachtsgesellschaft Oberarth. «Wenn man gestandene Fasnächtler anfragt, etwas für die Fasnacht zu tun, ein Ehrenamt auszuüben, erhält man schnell mal eine Absage», sagt Ketterer weiter.

Familie und Beruf als Grund

Jüngstes Beispiel ist Steinen. Vor dem Dreikönigstag wurde traditionell die Generalversammlung abgehalten. Narrenvater Markus Meyer war eigentlich am Ende seiner Amtsperiode angelangt; das ist üblich, wenn der Narrenvater den grossen Umzug, der alle fünf Jahre durchgeführt wird, abgehalten hat. Die Überraschung war gross, als Meyer an der GV verkündete: «Ich habe keinen Nachfolger, den ich euch präsentieren kann.» Vielfach sei es die Familie oder der Beruf, der als Absagegrund angegeben wird, sagt Markus Meyer auf Anfrage. «Der Anreiz, Narrenvater und damit Vorsitzender der Gesellschaft zu sein, ist sehr hoch. Jene, die ich für das Amt angefragt habe, waren gerührt, ja geehrt. Nach reiflicher Überlegung mit der Familie erntete ich dann aber trotzdem nur Absagen», so Markus Meyer. Man war selbstverständlich bestürzt, das gab es in den letzten Jahren nie, dass man keinen Narrenvater rekrutieren konnte. «Ich habe an der GV aber klar deponiert, dass ich noch für ein Jahr verlängere, dann ist definitiv Schluss, mein Rücktritt ist definitiv», sagt der Steiner Narrenvater. Und das habe doch wachgerüttelt und zum Denken angeregt. Vorstand und Mitglieder wollen jetzt zusammen mit dem amtierenden Narrenvater aktiv auf die Suche eines Nachfolgers gehen.

Finanzen nicht ausschlaggebend

Bisher wurde gerüchteweise in vielen Orten davon gesprochen, dass das Amt eines Narrenvaters, Hudipaars, Präsidenten mit hohen finanziellen Auslagen verbunden sei. Dies nebst der Repräsentationszeit vor allem während der Fasnacht. «Stimmt nicht. In Morschach übernimmt die Negerschacher-Gesellschaft die Auslagen. Was der Negus auslegen will, ist freiwillig», sagt Präsident Jwan Zmilacher. Trotzdem, die Suche nach einem Nachfolger von Mauri Schmid als Negus gestalte sich sehr aufwendig und schwierig. Nachdem der «Bote» aber darüber berichtet hatte, dass kein Negus gefunden werden könne und die Fasnacht eventuell ausstirbt, kam Bewegung in die Sache. «Immerhin hat sich jetzt ein bekannter Morschacher schon mal gemeldet, eventuell ab nächstem Jahr als Negus zu amten», sagt Zmilacher. In Morschach hat der Negus vor allem repräsentative Aufgaben wahrzunehmen. In Steinen, sagt Narrenvater Markus Meyer, ist der Aufwand als Narrenvater (Präsident) während einer normalen Fasnacht im kleinen Rahmen: «In einem Umzugsjahr ist er grösser. Aber auch in Steinen gilt, was in Morschach oder Oberarth die Regel ist. Finanzielle Aufwände hat der Narrenvater keine zu tragen. Er kann freiwillig einen Umzugswagen gestalten, das Material dazu übernimmt die Fasnachtsgesellschaft.» Kosten fielen höchstens an, wenn er jeweils am 1. Fasnachtstag der 1. Rott einen Apéro spendiert habe. «Ich will mich aber einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass wir zur nächsten Fasnacht keinen Narrenvater mehr haben. Ich bin der guten Hoffnung, dass wir einen Nachfolger finden», sagt Markus Meyer.

Etwas für das Kulturgut tun

Diese Zuversicht wächst auch bei den Chlapfgassfägern. «Wir sind intensiv beschäftigt, ein Hudipaar zu finden. Demnächst findet dazu noch eine Vorstandssitzung statt», sagt Flavian Ketterer. Die drei erwähntenGesellschaften sind nicht die einzigen, die Mühe haben, Helferpersonal und Mitglieder zu rekrutieren. In Steinerberg ist noc

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

14.01.2015

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