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Kollegikirche wird für 3 Mio. restauriert

Die Kirche im Kollegium Schwyz – sie gehört dem Kanton – soll 2012 restauriert werden. Veränderungen wird es vor allem im Chorraum und in den beiden Nebenräumen geben. Die Regierung beantragt dem Kantonsrat einen Kredit von 3,05 Mio. Franken.

Das Kollegi Schwyz gehörte bis 1972 den drei Bistümern Chur, St. Gallen und Basel. Seither ist der gesamte Gebäudekomplex im Besitz des Kantons, auch die Kirche. Sie wurde 1912, zwei Jahre nach dem verheerenden Brand, neu erstellt. «Die Kirche Maria Hilf ist ein qualitativerVertreter des späthistorischen Kirchenbaues mit zeitgleicher entsprechender Ausstattung», schreibt der Regierungsrat in seiner Botschaft zuhanden des Kantonsrates. Er beantragt dem Parlament einen Verpflichtungskredit von 3,05 Mio. Franken zur Restaurierung der Kirche mit Anpassung der Nebenräume.

Gottesdienste weiterhin möglich

Eine gründliche Restaurierung sei notwendig, um die Substanz zu sichern. «Insbesondere sind die technischen Installationen total veraltet, und es fehlen Nebenräume für erweiterte Nutzungen», heisst es im Bericht. Die grössten Veränderungen erfahren der Chor und die beiden ihm angegliederten Räume, die Sakristei und die Grabkapelle. «Heute können kulturelle Anlässe nur mit grossem Aufwand und Installationen organisiert werden. Es fehlt an einer grossen, ebenen Fläche im Chorraum, an einfachen Vorbereitungs-, WC- und Rückzugsräumen sowie an genügend Abstellräumen für das Veranstaltungsmobiliar », schreibt die Regierung.

Deshalb soll – mit Einwilligung des Bistums Chur – der überdimensionierte, neue Altar entfernt und durch einen mobilen, kleinen ersetzt werden. Gleichzeitig werden die beiden Chorgestühle um je eine Bankreihe verkürzt. Durch diese zwei Massnahmen gewinnt man Raum für Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen. Die Kirche bleibt ein geweihter Gottesraum, in dem weiterhin Messen gefeiert werden können.

Exhumierung der Priestergräber

Der Sakristeiraum ist für die heutige Nutzung viel zu gross und kann auf ein notwendiges Mass reduziert werden. Es entstehen Stauraum und ein WC. Die Grabkapelle wird ebenfalls einer anderen Nutzung zugeführt. Die letzte Bestattung fand im Jahr 1977 statt. Die Gräber werden nichtmehr besucht. Die Beerdigten werden exhumiert und auf den Friedhof Schwyz verlegt.

Das Kirchenschiff selber bleibt so erhalten, wie es sich heute präsentiert. Bänke und Boden werden aufgefrischt. Die spätromantische Orgel aus der Werkstatt Goll – eine absolute Rarität – wird gepflegt und unterhalten vom Verein «Freundeskreis Kollegiorgel Schwyz» um den Seewener Organisten Peter Fröhlich. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Orgel auf das 100-jährige Bestehen im Jahr 2012 zu restaurieren und klanglich in den Originalzustand von 1912 zurückzuführen. Der Verein hat dafür Konzerte organisiert und Spenden gesammelt. Er steuert das Sammelergebnis von 350 000 Franken an die Restaurierungskosten bei.

Kollegi in drei Etappen renoviert

Der Ostteil der Kantonsschule Kollegium Schwyz wurde vor sieben Jahren umgebaut. Der Westteil wird zurzeit saniert und ist auf Ende 2010 bezugsbereit. Stimmt der Kantonsrat dem jetzt beantragten Verpflichtungskredit zu, wird die Kollegikirche – der Mittelteil des gesamten Gebäudekomplexes – im Jahr 2011 restauriert.



Weitere Infos

- Freundeskreis Kollegiorgel Schwyz
Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

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Publiziert am

01.05.2010

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