Die ausgestellten Masken aus der Zentralschweiz mit Fritschi und Fritschene (ganz rechts im Glasrohr), links davon die Dämonenmaske aus Meinrad Inglins Nachlass. Bild Lauper/Zemp
Die ausgestellten Masken aus der Zentralschweiz mit Fritschi und Fritschene (ganz rechts im Glasrohr), links davon die Dämonenmaske aus Meinrad Inglins Nachlass. Bild Lauper/Zemp

Dies & Das

Masken einmal ohne Kostüme

«Maskiert. Magie der Masken», so heisst die neue Ausstellung im Forum Schweizer Geschichte. Mehr als hundert Masken und Larven ziehen die Betrachter magisch an.

Masken faszinieren. Wenn sie so gekonnt ausgestellt sind, wie in der aktuellen Ausstellung, erst recht. Im Untergeschoss des Forums hat Kuratorin Pia Schubiger Masken gruppiert. Sie stehen in einer dunklen Theaterkulisse. Der Betrachter kann den mehr als hundert Masken auf Augenhöhe begegnen, denn sie stehen aufgereiht wie Sonnenblumen auf einem langen Stiel. Auf die Kostüme wurde bewusst verzichtet. Mit einer Ausnahme: Die Urnäscher Silvesterkläuse sind in voller Pracht zu sehen, samt verzierter Samttrachten und Schellen.

Erstmals zu sehen

Besonders stolz sind die Ausstellungsmacher auf die Fritschi- und Fritschene- Masken der Zunft zu Safran, Luzern. Die beiden Masken aus dem Jahr 1762 sind erstmals der breiten Öffentlichkeit zugänglich und Blickfang beim Betreten des Ausstellungsraumes. Daneben faszinieren die Schwyzer Masken, die Vorläufer der Masken, die noch heute an der Fasnacht in den Dörfern zu sehen sind.

Rätsel um Masken aus dem Turm

Dann die Schwyzer Groteskmasken. Sie sind hinter einem Schleier ins beste Licht getaucht. Teuflisch und verschmitzt sind ihre Fratzen. Früher waren sie einmal Teil der Dauerausstellung im Archivturm in Schwyz. Um die Gruppe rankt sich noch immer ein Rätsel. Wurden die Holzmasken je in Schwyz getragen? Denn im 19. Jahrhundert trug man im Hauptort eher Wachs-, Draht-, Tuchund Papierlarven. Möglicherweise sind die Masken mit dem Gründer der Schwyzer Museumsgesellschaft, Max Felchlin senior, in die Sammlung gelangt.

Ostschweizer Entdeckung

Das Erarbeiten einer Ausstellung ist auch für die Macherin eine faszinierende Reise. Die Kuratorin Pia Schubiger bezeichnet das Schaffen von Albert Anton Willi aus Domat/Ems als Entdeckung. «Die Ostschweizer Masken waren mir nicht geläufig». Willi stand sich selber Modell, schnitt vor dem Spiegel Grimassen und übertrug diese auf die Larven. Die vergrösserte Nachbildung einer seiner Masken ist eine Hommage an den Künstler und nimmt dieBesucher beim Eingang in Empfang. Die Ausstellung zeigt zudem Theatermasken, Toten- und Totentanzmasken, Schandmasken, Schutzmasken und Masken des Protestes. Dazu kommen Masken aus Afrika und Japan. Sie zeigen, Masken faszinieren Menschen seit Urzeiten, man findet Parallelen über die Kontinente hinweg. Die Exponate stammen aus den Sammlungen des Museums Rietberg Zürich und des Museums der Kulturen. Dazu kommen seltene Schätze des Fasnachtsbrauchtums aus Privatsammlungen, von Zünften oder Gesellschaften.

«Maskiert. Magie der Masken» dauert vom 18. Oktober bis 6. April 2015.

Infos

www.maskiert.forumschwyz.ch



Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

17.10.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/cRcRDD