Dies & Das
Mythen klebt auf Briefen
Der Grosse Mythen präsentiert sich auf einer Sondermarke. Auf derselben Marke ist die jodelnde Christine Lauterburg zu sehen, welche mit ihrer unkonventionellen Weiterentwicklung des Brauchtums immer wieder in Kritik gerät.
Unser Talkessel wird auf den vier Sondermarken zum Thema Volkskultur gleich doppelt in Szene gesetzt. Einerseits ehrt die Schweizerische Post das bevorstehende Eidgenössische Trachtenfest mit einer Marke (der «Bote» berichtete). Anderseits ist auf der Marke zum 100. Geburtstag des Eidgenössischen Jodlerverbands im Hintergrund der Grosse Mythen zu sehen. Der obere Teil des Schwyzer Hausbergs ist nicht für jeden auf den ersten Blick erkennbar, da die Aufnahme aus der ungewohnten Perspektive vom Loo ob Schwyz gemacht wurde.
Markante Form war ausschlaggebend
Die beauftragte Grafikerin Cordula Müller-Lütolf hatte es jedoch nicht von Beginn weg auf die Mythen abgesehen. «Ich suchte einen Berg, der rein visuell in mein skizziertes Gestaltungsschema passte», meinte sie auf Anfrage des «Boten». Dabei war für sie allerdings auch von Anfang an klar, dass sie die Suche nach einem geeigneten Objekt in Innerschwyz begann, wo die Jodlerkultur noch hochgehalten wird. Ausschlaggebend, weshalb die Wahl schlussendlich auf den Grossen Mythen fiel, war seine markante Form.
Sondermarke erntete Kritik
Die Marke zum 100-Jahr-Jubiläum des Jodlerverbands hat allerdings auch für reichlich Gesprächsstoff und auch harsche Kritik gesorgt. Die Grafiker setzten als Hauptfigur die unkonventionelle Jodlerin Christine Lauterburg in Szene. Traditionalisten bezeichnen die Künstlerin oft als Enfant terrible der Jodlerszene, weil sie moderne, elektronische Musik mit Jodeln und Juchzen kombiniert und nicht in der Tracht, sondern mit Netzstrümpfen und offenherzigem Ausschnitt auf die Bühne tritt. Karl Sigrist, der Präsident des Jodlerklubs Echo vom Mythen, sieht die ganze Sache allerdings nicht so eng: «Sie ist eine fantasievolle Jodlerin mit einer wunderschönen Stimme, und ihre Musik ist gar keine üble Kombination. » Er sieht die moderne Jodlerin auch als Chance für die Jodlerkultur: «Tradition ist tot, wenn sie nicht mehr lebt und weiterentwickelt und belebt wird.»
Bote der Urschweiz
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