Das Bundesbriefmuseum soll im Winter 2013/14 saniert werden.
Das Bundesbriefmuseum soll im Winter 2013/14 saniert werden.
Die bisher offene Bogenhalle: Sie soll beim geplanten Umbau abgeschlossen und künftig als Eingangsbereich mit aller Infrastruktur genutzt werden. Bild Josias Clavadetscher
Die bisher offene Bogenhalle: Sie soll beim geplanten Umbau abgeschlossen und künftig als Eingangsbereich mit aller Infrastruktur genutzt werden. Bild Josias Clavadetscher

Dies & Das

Sanierung des Bundesbriefmuseums

Das Bundesbriefmuseum in Schwyz soll saniert werden. Es braucht mehr Sicherheit, mehr Platz und bessere Abläufe. Dazu soll die Bogenhalle verglast werden. Dem Kantonsrat wird ein Kredit von 2,6 Mio. Franken vorgelegt.

Letztmals ist das Gebäude des Bundesbriefmuseums 1999 saniert und die Ausstellungshalle neu gestaltet worden. In erster Linie ging es damals um die Gebäudehülle und die Gebäudetechnik. Jetzt geht es um den Museumsbetrieb und um die Sicherheit. 2008 hat die Regierung einer Modernisierung «grundsätzlich zugestimmt». Das Amt für Kultur hat zusammen mit dem Hochbauamt darauf ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet. Die Zustandsanalyse hat gezeigt, dass bauliche Mängel bestehen, die betrieblichen Abläufe unmöglich geworden sind und die Sicherheit nicht mehr genügt. Experten der Kantonspolizei sprachen sogar von «erheblichen sicherheitstechnischen Mängeln».

Infrastruktur wird umplatziert

Das Projekt hält sich an eine optimierte Sanierungsvariante. So soll der akute Platzmangel dadurch behoben werden, dass die Bogenhalle verglast wird. Damit gewinnt man neuen Raum für Wechselausstellungen, Empfänge, Vorträge, Führungen, für die Kasse, Garderobe und weitere Infrastruktur. Auch die ehemalige Hauswartwohnung wird für diese Umbauten genutzt. Weiter wird an der Nordfassade ein Lift eingebaut, die Brandmelde- und Sicherheitsanlage wird ersetzt und die Erdbebensicherheit verstärkt. Vor allem müssen die Bundesbriefe und das Ausstellungsgut durch neue Vitrinen besser vor Diebstahl und Beschädigung geschützt werden. Auch werden die konservatorischen Bedingungen und die Wärmedämmung verbessert.

Alle Landessprachen plus Englisch

Mit diesem Konzept wird es möglich, dass sich künftig Führungen, Veranstaltungen, die Besucher der Wechselausstellung, der Ausstellung der Bundesbriefe und Banner nicht mehr gegenseitig stören. Weiter werden auch neue Erkentnisse zur Geschichte der alten Eidgenossenschaft in die Ausstellung einfliessen. Zudem soll das Bundesbriefmuseum nun durchgehend mehrsprachig werden. Immer wieder ist von Besuchern – zu Recht – reklamiert worden, dass in der Besucherführung und den Beschreibungen die Landessprachen fehlen. Mit Rücksicht auf den Tourismus wird künftig auch Englisch präsent sein.

Umbau im übernächsten Winter

Für dieses ganze Paket rechnete man zuerst mit Kosten von 3,8 Mio. Franken. Durch Optimierungen konnten sie auf 2,63 Mio. Franken gekürzt werden. Da es um eine gebundene Ausgabe im Sinne von Unterhalt und Substanzerhaltung geht, kann der Kantonsrat diesen Betrag abschliessend genehmigen. Nicht im Betrag enthalten sind 120 000 Franken für die Neugestaltung der eigentlichen Ausstellung, von den Texten über die Grafik bis zum Katalog und Werbematerial. Diese Kosten werden über das laufende Budget 2013 und 2014 des Amts für Kultur des Kantons gedeckt. Stimmt der Kantonsrat diesem Sanierungsprojekt zu, sollen die Bauarbeiten im Winterhalbjahr 2013/2014 ausgeführt werden.

Aus Archiv wurde Museum

Das Bundesbriefmuseum – damals Bundesbriefarchiv – ist 1936 eröffnet worden. Es gehört dem Kanton Schwyz, hat aber nationale Bedeutung. 1980 erfolgte aufgrund der Forschungserkenntnisse eine Neukonzeption mit der Entmystifizierung des Bundesbriefs. 1999 folgte die nächste Erneuerung, bei welcher der Bundesbrief wieder in einer Einzelvitrine platziert worden ist, aber nicht mehr «als heilige Verfassungscharta, sondern als erstklassiges, im Original nur in Schwyz erhaltenes Kulturobjekt».

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

26.06.2012

Webcode

www.schwyzkultur.ch/VjHA6v