Denkmalpfleger Thomas Brunner (Mitte) erzählt in der Schwarzen Stube Details über den Wohnraum aus dem Mittelalter. Kuratorin Pia Schubiger und Andreas Spillmann, Direktor des Schweizerischen Nationalmuseums, hören gespannt zu.
Denkmalpfleger Thomas Brunner (Mitte) erzählt in der Schwarzen Stube Details über den Wohnraum aus dem Mittelalter. Kuratorin Pia Schubiger und Andreas Spillmann, Direktor des Schweizerischen Nationalmuseums, hören gespannt zu.
Mit viel Informationen präsentiert sich die Schwarze Stube im Forum Schweizer Geschichte Schwyz. Bilder Christoph Clavadetscher/Schweizerisches Nationalmuseum
Mit viel Informationen präsentiert sich die Schwarze Stube im Forum Schweizer Geschichte Schwyz. Bilder Christoph Clavadetscher/Schweizerisches Nationalmuseum
Mit viel Informationen präsentiert sich die Schwarze Stube im Forum Schweizer Geschichte Schwyz.
Mit viel Informationen präsentiert sich die Schwarze Stube im Forum Schweizer Geschichte Schwyz.

Dies & Das

Schwarze Stube soll Diskussion anregen

Sie ist heimgekehrt. Die Schwarze Stube ist nun zwar ein Ausstellungsobjekt, soll aber zugleich den öffentlichen Diskurs über die Denkmalpflege befeuern.

Gestern Abend war Vernissage, ab heute ist die Schwarze Stube der Öffentlichkeit zugänglich. Im Forum Schweizer Geschichte Schwyz hat die Stube aus dem Jahr 1311, die vor zwei Jahren aus einem Blockbau im Schwyzer Dorfbachquartier vor der Zerstörung gerettet werden konnte, nun ihr Plätzchen gefunden. Und: Der über 700-jährige Wohnraum darf sogar betreten werden. Im Innern erfährt der Ausstellungsbesucher, was es mit dem Sensationsfund auf sich hat. Alle Redner waren sich denn auch einig, was es für ein Glücksfall sei, dass die Schwarze Stube nun in Schwyz ausgestellt wird. «Sie passt perfekt in unser Museumskonzept», sagte Andreas Spillmann, Direktor des Schweizerischen Nationalmuseums. Nicht nur thematisch passt die Schwarze Stube als «bedeutender Zeitzeuge aus dem Mittelalter » optimal ins «Forum», auch was die Raumanordnung betrifft, könnte man meinen, alles sei absichtlich auf die Stube ausgelegt worden. So erstaunt es nicht, dass Museumsleitung, Denkmalpflege und Regierung zufrieden sind, dass die «Stube wieder daheim» ist und die ganze Geschichte nach grossem Aufschrei zu Beginn nun ihr versöhnliches Ende nimmt.

Lehren daraus gezogen

Damit soll es aber nicht gewesen sein. «Wir haben unsere Lehren daraus gezogen », sagte Denkmalpfleger Thomas Brunner. Regierungsrat Walter Stählin konkretisierte: «Neben der anstehenden Revision des Natur- und Heimatschutzgesetzes wird die Denkmalpflege bereits heute früher beigezogen, wenn es um die Ausarbeitung neuer Gestaltungspläne geht.» Die Überraschung sei damals gross gewesen, als die Stube zum Vorschein kam. Die Regierung habe aufgrund des bewilligten Gestaltungsplans den Abbruch der Häuser aber nicht mehr abwenden können. Umso glücklicher sei man deshalb, dass die Schwarze Stube gerettet werden konnte und heute öffentlich zugänglich sei. Wie Brunner bestätigte, sei das Ausstellungsobjekt wegen seines Alters historisch von internationaler Bedeutung. Die Schwarze Stube soll aber mehr als das sein – sie soll die Gesellschaft weiterbringen. Auch Stählin wünscht sich: «Sie soll zu Diskussionen anregen, wie wir mit unserem kulturellen Erbe und somit auch unseren Wurzeln umgehen wollen.» Ein hochaktuelles Thema im Kanton Schwyz, wenn man das Spannungsfeld «Verdichtetes Bauen versus Ortsbildschutz» betrachtet.

HINWEIS

Tag der offenen Stube im Forum Schweizer Geschichte Schwyz am Sonntag, 29. November. Die Türen zur mittelalterlichen Wohnstube in der Ausstellung «Entstehung Schweiz» sind von 11.00 bis 13.00 Uhr geöffnet. Für Kurzführungen, Fragen und Auskünfte stehen Thomas Brunner, kantonaler Denkmalpfleger, Ulrike Gollnick, Mittelalterarchäologin, Markus Leuthard, Projektleitung und Leiter Sammlungszentrum SNM, und Pia Schubiger, Kuratorin Forum Schweizer Geschichte Schwyz, zur Verfügung.

Bote der Urschweiz (Christoph Clavadetscher)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

20.11.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/wTEH62