Das Gesamtwerk von Josef Rickenbacher (1925 bis 2004) umfasst neben dem freien Schaffen 50 kirchliche und 35 öffentliche Aufträge, so auch die Plastiken «Madonna und Kind» sowie «Bernhard» und «Seppli» zur Erstbesteigung des Matterhorns im Jahre 1
Das Gesamtwerk von Josef Rickenbacher (1925 bis 2004) umfasst neben dem freien Schaffen 50 kirchliche und 35 öffentliche Aufträge, so auch die Plastiken «Madonna und Kind» sowie «Bernhard» und «Seppli» zur Erstbesteigung des Matterhorns im Jahre 1
Anstelle eines Gipfelkreuzes gestaltete Bildhauer Josef Rickenbacher zum 125-Jahr-Jubiläum der Erstbesteigung von 1865 im Auftrag des Bergführervereins Zermatt den Heiligen Bernhard, der Patron der Alpenbevölkerung und Bergführer.
Anstelle eines Gipfelkreuzes gestaltete Bildhauer Josef Rickenbacher zum 125-Jahr-Jubiläum der Erstbesteigung von 1865 im Auftrag des Bergführervereins Zermatt den Heiligen Bernhard, der Patron der Alpenbevölkerung und Bergführer.
Im Zentrum von Zermatt erinnert der «Seppli» – der Bub, der (sichtbar) das Matterhorn in sein Herz geschlossen hat – an die Erstbesteigung des «Horu» im Jahre 1865, errichtet vor 25 Jahren, am 14. Juli 1990. Bild Hans Steinegger
Im Zentrum von Zermatt erinnert der «Seppli» – der Bub, der (sichtbar) das Matterhorn in sein Herz geschlossen hat – an die Erstbesteigung des «Horu» im Jahre 1865, errichtet vor 25 Jahren, am 14. Juli 1990. Bild Hans Steinegger

Dies & Das

Schwyzer Kunst am Matterhorn

Heute vor genau 150 Jahren gelang einer Seilschaft rund um den Briten Edward Whymper die Erstbesteigung des Matterhorns. Daran erinnert seit 1990 auf dem Gipfel eine Bronze-Statue des Heiligen Bernhard – ein Werk des Schwyzer Bildhauers Josef Rickenbacher.

Im Zeichen des Jubiläums «150 Jahre Erstbesteigung Matterhorn» hat mit breiter Medienbegleitung der neueste Roman «Matterhörner» der Schwyzer Schriftstellerin Blanca Imboden die Bestsellerliste erklommen. Dagegen fand vor genau 25 Jahren, am 14. Juli 1990, ein anderes Kulturereignis ein eher stilles, dafür nachhaltiges Echo: Auf den Gipfel des weltberühmten «Horns» wurde nämlich eine bronzene Bernhard-Statue aus dem Atelier des Bildhauers Josef Rickenbacher aus Steinen gesetzt.

Patron der Bergsteiger

Schon damals setzte Zermatt in Erinnerung an die Erstbesteigung des «Horu» bleibende Zeichen. So wünschte sich der 1858 gegründete Bergführerverein Zermatt auf der Spitze des Horns eine Statue des Patrons der Alpenbewohner und Bergführer, den Heiligen Bernhard. Eigentlich war anfänglich ein Gipfelkreuz geplant, wie sich der bekannte Bergführer, langjährige Vereinspräsident und Buchautor Hermann Biner erinnert. Da ein solches jedoch bereits auf der italienischen Seite stand, entschied man sich für «Bernhard von Aosta», den Gründer des um 1050 errichteten Hospitzes auf dem Kleinen und Grossen St. Bernhard.

Denkmal im Dorfzentrum

Im Erinnerungsjahr 1990 blieb es jedoch nicht nur bei der Gipfel-Statue. Wie der Bergführerverein erteilte die Gemeinde Zermatt ihrerseits den Auftrag, im Zentrum des Dorfes ein Denkmal zur Erstbesteigung ihres Wahrzeichens zu realisieren und zu finanzieren. Aus dieser Idee entstand die Bronzefigur «Seppli» – der kleine Junge,der (sichtbar) ein kleines Matterhorn im Herzen trägt. Im Sockel der Plastik integriert ist zudem eine Inschrift, die in aller Kürze die Besucher aus aller Welt an das herausragende alpine Ereignis erinnern soll: «Zum Gedenken an die Erstbesteigung des Matterhorns am 14. Juli 1865 – Zermatt am 14. Juli 1990.»

Ehre für Schwyzer Künstler

Sowohl «Bernhard» als auch «Seppli» gestaltete in seinem unverwechselbaren Stil der Bildhauer und Schwyzer Kulturpreisträger Josef Rickenbacher (1925 bis 2004). Da liegt natürlich die Frage auf der Hand: Wie kommt ein Schwyzer Künstler weit entfernt im Wallis zu einem derart ehrenvollen Auftrag, dazu noch in Zermatt? Die Antwort reicht in die frühen 80er-Jahre zurück – und ist eine aussergewöhnliche Geschichte. Denn damals suchte man in Zermatt einen Bildhauer für die Gestaltung einer Madonna, die beim Einstieg ins Matterhorn im Fels platziert werden sollte (siehe Box). Dabei erinnerten sich die Initianten an einen Künstler, der 1973 für das neue Zentrum St. Michael auf der Bettmeralp den sakralen Bereich gestaltet hatte: Bildhauer Josef Rickenbacher aus Steinen. So entstanden innert nur sieben Jahren drei öffentliche Werke – Madonna, Bernhard und Seppli – aus derselben Hand: Schwyzer Bildhauerkunst im weltberühmten Zermatt. Wen wundert’s, dass der Ruf und Auftrag aus dem Wallis zu den Höhepunkten in seinem künstlerischen Schaffen zählten.

Madonna am Einstieg ins Matterhorn

Eines der vielen Opfer am Matterhorn war auch der Bergführer Otto Furrer. Er verunglückte 1950 tödlich. Ihm zu Ehren wurde bei der Hörnlihütte eine Gedenktafel angebracht. Dazu erinnerte im Innern der Hütte eine kleine Madonna an seinen Bergtod. Jahre später war ein schneereicher Winter der Grund, dass die Gedenktafel plötzlich «verschwunden » war – und, kaum zu glauben, bald darauf auch die Madonna in der Hütte «geklaut» wurde, wie sich Zermatter erinnern. In der Folge engagierte man sich im Kreis der Bergführer für einen Ersatz, entweder für eine neue Gedenktafel oder eine Madonna. Dabei tauchte die Idee auf, anstatt in der Hörnlihütte beim Einstieg ins Matterhorn eine Madonna im steilen Fels zu platzieren. Als eine Frau aus Deutschland, seit Jahren Gast in Zermatt, davon hörte, signalisierte sie, sich dafür als Mäzenin zu engagieren. Danach ging an Bildhauer Josef Rickenbacher, der durch seine künstlerische Gestaltung des Sakralraums im Zentrum St. Michael auf der Bettmeralp im Wallis bekannt war, die Anfrage und schliesslich der Auftrag. Entstanden ist eine überlebensgross

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

14.07.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/hsMypF