Die Kuratorin Pia Schubiger und Marco Castellaneta vom Schweizerischen Nationalmuseum ruhen sich auf fliegenden Teppichen aus.
Die Kuratorin Pia Schubiger und Marco Castellaneta vom Schweizerischen Nationalmuseum ruhen sich auf fliegenden Teppichen aus.
Zwei von Märchen inspirierte Bilder der Künstlerin Annelies Strba.
Zwei von Märchen inspirierte Bilder der Künstlerin Annelies Strba.
Der Zauberwald mit der Station zu Trudi Gerster. Bilder Andrea Mülle und pd
Der Zauberwald mit der Station zu Trudi Gerster. Bilder Andrea Mülle und pd

Dies & Das

Und die Moral von der Geschicht’...

Das Forum Schweizer Geschichte verwandelt sich in eine Märchenwelt, in der nicht nur Kinder träumen.

Wer ab morgen das Forum Schweizer Geschichte in Schwyz betritt, verlässt für ein paar Stunden die Realität und taucht ein ins Märchenland. In der Ausstellung «Märchen, Magie und Trudi Gerster» verlieren sich Besucher in einem verwunschenen Zauberwald, um Märchen zu hören oder zu lesen. In einem zweiten Raum können sich Kinder unter fliegende Teppiche legen, um Fantasy-Filme zu schauen, während sich Erwachsene im Schneidersitz auf den fliegenden Orient- Teppichen in die Welt von 1001 Nacht wünschen.

Trudi Gerster als Mittelpunkt

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die bekannteste Schweizer Märchenerzählerin,Trudi Gerster. An verschiedenen Stationen ist ihre unverkennbare Stimme zu hören. Eine Sammlung aus zahlreichen Dokumenten, Filmausschnitten und Fotos bringt den Besuchern den Werdegang der Geschichtenerzählerin, Schauspielerin und Politikerin Gerster näher. In einem anderen Teil zeigt die Ausstellung die europäische Märchen-Erzähltradition anhand der Werke von Giovanni Francesco Straparola, Giambattista Basile oder jenen des Franzosen Charles Perrault. Selbstverständlich gehören zum Querschnitt durch die globale Märchenwelt auch die Werke der Gebrüder Grimm sowie die Geschichten aus dem Orient von 1001 Nacht. Gezeigt werden auch Ausschnitte aus Hollywood-Filmen und Walt-Disney-Produktionen sowie in ganzer Länge die Verfilmung des Märchens von Hans Christian Andersen, «die wilden Schwäne». Die Station «Märchen und das Unbewusste» widmet sich dem Psychologen C. G. Jung (1875–1961), der Märchen als Instrument nutzte, um bei Patienten innere Konflikte bewusst zu machen und die Patienten therapieren zu können.

Winterausstellung zum Verweilen

Die Kuratorin Pia Schubiger fasst die Ziele der Ausstellung zusammen: «Wir wollenMärchen als zentralen Teil unserer Kulturgeschichte sowie ihre Bedeutung und Herkunft aufzeigen.» Das wolle man erreichen, indem man den Bogen von 1001 Nacht bis hin zu Hollywood spanne. «Es handelt sich um eineideale Winterausstellung», sagt Marco Castellaneta, MitgliedGeschäftsleitung Schweizerisches Nationalmuseum. «Man kann hier problemlos mehrere Stunden Märchen hören und sehen. » Die Ausstellung «Märchen, Magie und Trudi Gerster» wurde im vergangenen Jahr bereits im Landesmuseum Zürich gezeigt. Wegen des grossen Erfolgs habe man sie nun nach Schwyz geholt, sagt Castellaneta. Wer glaube, Märchen seien nur für Kinder, liege falsch, sagt Schubiger: «Märchen waren ursprünglich nicht für Kinder gedacht. Erst die Gebrüder Grimm machten Märchen mit ihrer Niederschrift kindergerecht, indem sie gewisse Handlungen umschrieben oder wegliessen.» Der Franzose Perrault (17. Jh.) habe deftige Märchen ohne Filter geschrieben. Mit den Gebrüdern Grimm sei später die Moral dazugekommen, was die Märchenbücher in Erziehungsbücher umwandelte.

Gäste aus der Zentralschweiz

An sieben ausgewählten Wochenenden finden Märchensonntage für Gross und Klein mit Gästen statt. Ausserdem veranstaltet das Forum Schweizer Geschichte einen Abend mit Märchen aus verschiedenen Regionen der Schweiz. Als Gäste eingeladen sind der Sohn von Trudi Gerster, Andreas Jenny, aber auch die Zentralschweizer Märchenerzählerinnen Jolanda Steiner und Gabriela Bonetti.

Die Ausstellung ist vom 14. November 2015 bis13. März 2016 geöffnet.

Informationen

ww.forumschwyz.ch

Bote der Urschweiz (Andrea Müller)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

13.11.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/CmJ8jQ