Gemeinde ist mit der Bausubstanz zufrieden: Die Ital-Reding-Hofstatt in Schwyz. Archivbild
Gemeinde ist mit der Bausubstanz zufrieden: Die Ital-Reding-Hofstatt in Schwyz. Archivbild

Dies & Das

Wird Ital-Reding Hofstatt vernachlässigt?

Baulich und infrastrukturell ist die Ital-Reding-Hofstatt in Schwyz für die Zukunft gut gerüstet. Der Gemeinderat macht sich trotzdem Sorgen, wünscht sich eine noch vermehrte Öffnung der herrschaftlichen Liegenschaft und erhofft sich vor allem eine verbesserte Koordination zwischen dem Stiftungsrat, dessen Partnern und der Öffentlichkeit.

Mit einem offenen Brief über die Lokalpresse an den Gemeinderat hatte die CVP der Gemeinde Schwyz ihre Sorgen um die Zukunft der Ital-Reding-Hofstatt öffentlich gemacht. Sie zweifelte an genügenden Anstrengungen für den baulichen Unterhalt ebenso wie am ernsthaften Bemühen um Kunden- und Besucherfreundlichkeit.

1982 von Stiftung übernommen

Das 1612 erstellte Herrenhaus ist samt Annexgebäude und Hofstatt 1982 durch eine Stiftung übernommen worden, wobei sich die Standortgemeinde als ein Partner der öffentlichen Hand am Liegenschaftskauf zugunsten dieser Trägerschaft beteiligt hatte. Als Gegenleistung hat sich die Stiftung unter anderem vertraglich verpflichtet, Gebäude und Hofstatt öffentlich zugänglich zu machen. Der Gemeinderat Schwyz würde eine stärkere Öffnung bezüglich der Zugänglichkeit und der Möglichkeit als Ort von kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen durchaus begrüssen. Aus diesem Blickwinkel wird positiv vermerkt, dass die Absichten zu einer Tarifanpassung auf das Jahr 2010 hin nicht umgesetzt wurden.

Keine Mängel

Die im offenen Brief enthaltene Kritik eines vernachlässigten Gebäudeunterhaltes ist von Baufachleuten überprüft worden. Nach deren Beurteilung könne von einem sehr guten baulichen Zustand eines historischen Gebäudes gesprochen werden. Eine absolute Dichtigkeit sei in einer 400 Jahre alten Liegenschaft weder erreichbar noch gewünscht. Baulich und infrastrukturell ist die Ital-Reding-Hofstatt für die Zukunft gerüstet. Entgegen den geäusserten Vermutungen sorgt der Stiftungsrat für die Ausführung der in einer derart historischen Liegenschaft regelmässig anfallenden Unterhaltsarbeiten.

Kommunikation als Angelpunkt

Dem Gemeinderat Schwyz ist bewusst, dass die operative Leitung der Stiftung und des Museumsbetriebes im Aufgaben- und Verantwortungsbereich des Stiftungsrates liegt und dass er sich darin nur im Rahmen seiner Delegation im Stiftungsrat einsetzen kann. Dieser setzt sich aus Mitgliedern der früheren Eigentümerfamilien sowie aus Vertretern der öffentlichen Hand, gemeinnütziger Einrichtungen und Experten in Museums-, Bau- und Rechtsfragen sowie der Betriebswirtschaft zusammen, sodass ihm fast 20 Personen angehören.

Leitungsausschuss für Führung

Die eigentliche Geschäfts- und Betriebsführung obliegt einem vierköpfigen Leitungsausschuss, was zur Sicherstellung des Controllings durch den gesamten Stiftungsrat einen hohen Kommunikationsbedarf erfordert. Noch mehr muss die Kommunikation nach aussen überprüft werden, damit das derzeit in der Bevölkerung etwas angekratzte Ansehen der Stiftung verbessert wird. Die gemeinderätlichen Vertreter im Stiftungsrat werden sich dafür im Rahmen ihrer Möglichkeiten ebenso einsetzen wie für die Erhaltung und Steigerung der Attraktivität der Ital-Reding-Hofstatt sowohl als Wohnmuseum wie auch als Aufenthalts- und Begegnungsraum sowie als Standort kultureller und gesellschaftlicher Anlässe mit regionaler Bedeutung.

Stiftung informiert offen

Patrick von Reding, Präsident der Stiftung Ital-Reding-Haus, wehrt sich gegen Vorwürfe, Gebäude und Hofstatt seien nicht besucherfreundlich. «Die Stiftung verfügt über eine aktuelle und informative Homepage», so von Reding. Eine jährlich erscheinende Hauszeitung bietet weitere Infos, etwa Angaben zur Jahresrechnung. Auch werde hier auf die historischen Begebenheiten eingegangen. Leute, die Anlässe auf der Liegenschaft gebucht hätten, würden sich im Nachhinein «durchgehend positiv » äussern. In den letzten zwei Jahren habe man eine sehr hohe Auslastung registriert. Fragen von Interessenten und Besuchern würden «schnell und unkompliziert» behandelt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

22.12.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/PaTNEn