Schriftstellerinnen und ihre Verleger auf der Bühne des Chupferturms. Bild: Josef Grüter
Schriftstellerinnen und ihre Verleger auf der Bühne des Chupferturms. Bild: Josef Grüter

Literatur

Ein interessanter Blick hinter die Kulissen des Buches

Kurzlesungen und informative Werkstattgespräche boten einen Blick unter den Buchdeckel.

Wenn drei deutschsprachige Schriftstellerinnen und ihre Verleger sich auf den eher hölzernen Boden der Schwyzer Kulturszene wagen, gibt es zwar sehr interessante Einblicke und spannende Informationen über das sensible Dreiecksverhältnis zwischen Schriftsteller, Verleger und Leser. Doch das grosse Publikum bleibt am Donnerstagabend im Chupferturm in Schwyz leider fern. Die deutschpolnische Dagmara Kraus, Lioba Happel aus Franken und die Aargauerin Christine Rinderknecht lesen aus ihren aktuellen Werken und berichten über ihre Beziehung zu ihren Verlegern. Auch die anwesenden Eigentümer der drei eher kleinen Schweizer Verlage Engeler, Edition pudelundpinscher sowie Die Brotsuppe äussern sich über ihr Verhältnis zu ihren Schriftstellern. Bei diesen Verlagen ist der Kommerz klar zweitrangig Im Vordergrund dieser Verleger steht qualitativ hochstehende neue deutsche Literatur. Die Kunst der Sprache ist das Wichtigste. Der kommerzielle Erfolg hat hintenanzustehen. Dadurch sind sich Künstler und Verleger relativ nahe und lassen sich gegenseitig sehr viele Freiheiten. Reaktionen der Leser sind eher selten und wenn, finden diese meistens den Weg direkt zum Künstler und selten über den Verlag. Der Verleger Andreas Grosz schreibt auch selber und schildert die Hektik des Verlagsalltags als puren Gegensatz zur schriftstellerischen Tätigkeit. Lioba Happel, lange erfolgreich bei einem Grossverlag, landet beim Kleinverlag pudelundpinscher. Sie meint: «In Bezug auf ihre Grundsätze sind das keine Kleinverlage, nein, das sind die wahren Grossverlage.»

Bote der Urschweiz / Josef Grüter

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

06.11.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/BjJHYx