Fühlen sich am Filmset im «Tübli» pudelwohl: Die beiden Statisten Hans von Euw und Monette Lacher neben Schauspieler und Regieassistent Philippe Schuler. Bilder Nicole Stössel
Fühlen sich am Filmset im «Tübli» pudelwohl: Die beiden Statisten Hans von Euw und Monette Lacher neben Schauspieler und Regieassistent Philippe Schuler. Bilder Nicole Stössel
An der Arbeit: Florian Butsch (Schauspiel, technische Leitung) und Yschai Gassenbauer (Regie, Drehbuch, Kamera).
An der Arbeit: Florian Butsch (Schauspiel, technische Leitung) und Yschai Gassenbauer (Regie, Drehbuch, Kamera).

Film

Filmdreh in Schwyz

Diese Woche wird in Schwyz ein Kurzfilm gedreht. Der «Bote» durfte einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Das «Tübli» in Schwyz ist wunderbar schummrig ausgeleuchtet, stimmungsvoll – wie in einer italienischen Cafeteria. Dort soll die Geschichte des Kurzfilms auch spielen. In einem kleinen Dorf «irgendwo im Süden von Italien», sagt der Schwyzer Schauspieler Philippe Schuler. Der Seewener, der sich in Brüssel zum Bewegungsschauspieler ausgebildet hat, spielt im Film mit. Wir haben uns mit ihm über den Kurzfilm unterhalten.

Was entsteht während dieser Woche in Schwyz?

«Wir drehen einen achtminütigen Kurzfilm (Spielfilm), der eine Hommage an guten Kaffee darstellen soll. Er wird als ‹moderner Western› gedreht. Die Herausforderung für uns ist es, in diesen acht Minuten Spannung aufzubauen und gleichzeitig unsere Faszination für guten Kaffee und die vielen Momente, die für uns damit verbunden sind, an die Zuschauer weiterzugeben.»

Wieso dreht ihr in Schwyz?

«Schwyz besitzt immer noch viele kleine Pflastersteingässchen. Diese Gassen ermöglichen es uns, ein Szenario aufzubauen wie im Süden von Italien. Ausserdem haben wir in Schwyz viele Kontakte. Da das Ganze eine Nullbudget-Produktion ist, sind wir auf die Hilfe von Freunden und Bekannten angewiesen, um Requisiten (Autos usw.) ausleihen zu können.Wir dürfen unter anderem auch im Restaurant Tübli drehen, weil es momentan Betriebsferien hat.»

Wer dreht in Schwyz?

«Monocle Production. Die Monocle Production ist das Projekt von Yschai Gassenbauer und Alessandra Chillaron. Der Film in Schwyz wird ihr vierter Kurzfilm werden. Alessandra und Yschai haben in Brüssel eine Theaterausbildung gemacht und sich anschliessend auch für Film interessiert. Yschai macht momentan eine Ausbildung für Video, Regie und Kamera, und Alessandra hat sich vor allem ans Drehbuchschreiben gemacht. Ihr erster Film ‹The escapee› (ein Stummfilm) wurde für zwei Festivals in Frankreich ausgewählt. Die Filme von Monocle kann man auf www.lesfilmsdumonocle. blogspot.com sehen.»

Wann soll der Filmveröffentlicht werden?

«Der Film sollte im November/Dezember veröffentlicht werden und wird sicherlich auf dem Blog von Monocle im Internet zu sehen sein. Ausserdem werden wir den Film an verschiedenen Filmfestivals einreichen. Der Film wird überall zu sehen sein, wo man ihn zeigen möchte.»

Die Crew muss vorwärtsmachen, die Zeit drängt. Zwei, die sich vom Zeitdruck am Filmset überhaupt nicht stören lassen, sind Hans von Euw und Monette Lacher. Die Bewohnerin und der Bewohner des Altersheims Acherhof in Schwyz haben sich als Statisten für den Film gemeldet. Wie Profis sitzen sie amTisch im Schwyzer «Tübli». Für einmal sind sie sowas wie Filmstars. «Morgen steht dann was über den Dreh im ‹Boten›», ruft Philippe Schuler zu ihnen rüber. «Uiii, was wird dann wohl mein Mann sagen?», fragt sich Monette Lacher. «Sie haben Ihrem Mann nichts gesagt?», erkundigt sich Philippe Schuler. «Nein, wieso auch?», lächelt Monette Lacher. Und posiert wieder wie ein Filmstar für die Kamera.

Weitere Infos

- lesfilmsdumonocle.blogspot.com
Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

11.08.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/XjL8Jy