An der Premiere von «Heimatland» anwesend: Severin Suter, Schwyz, Regisseur Michael Krummenacher, Schwyz, Stephan Gramlich, Seewen, Florin Schmidig, Ried, Laura Heinzer, Ibach, und Egon Betschart, Muotathal. Bild Nicole Auf der Maur
An der Premiere von «Heimatland» anwesend: Severin Suter, Schwyz, Regisseur Michael Krummenacher, Schwyz, Stephan Gramlich, Seewen, Florin Schmidig, Ried, Laura Heinzer, Ibach, und Egon Betschart, Muotathal. Bild Nicole Auf der Maur

Film

«Ich wett wäg us dem Kaff»

Die Schwyzer Schauspieler standen im Rampenlicht, als am Samstag die Schwyzer Premiere von «Heimatland» gezeigt wurde.«Ich habe vor nichts mehr Angst als vor Stillstand in der Schweiz.» Diese Aussage machte Michael Krummenacher nach der Premiere von «Heimatland ». Der Schwyzer Regisseur hat – gemeinsam mit neun weiteren Schweizer Regisseuren – einen Film gemacht, den am Samstagabend keinen Zuschauer unberührt zurückliess. «Alle Regisseure, die an diesem Film beteiligt waren, haben die Schweiz sehr gerne, aber vieles stört uns.» Zehn Regisseure haben den Film verwirklicht, dies sei nicht immer einfach gewesen. Es beinhalte Konfliktpotenzial, wenn mehrere Regisseure an einem Film arbeiten. «Im Normalfall ist jeder Regisseur sein eigener Chef», meinte Michael Krummenacher. Alles in allem sei er aber sehr zufrieden mit dem Endergebnis des Filmes. «Aber dieses Unterfangen war sehr experimentell.» Der Film erhielt sehr gute Kritiken, als packend und aufwühlend wird er beschrieben. Als «die Stimme einer Generation».

Negative Reaktionen erlebt

Stephan Gramlich aus Seewen ist der plakative Kopf von «Heimatland». Er ist der Mensch, der in den Film-Trailers die geglaubte Freiheit der Schweiz verkörpert. Er spielt den Hetzprediger Gwerder – richtig gut. So gut, dass er zuweilen im wahren Leben mit Gwerder verwechselt wird. «Ich habe schon einige negative Reaktionen erlebt. Kinogänger haben das Gefühl, dass ich – Stephan Gramlich – Gwerder bin.» Auch Michael Krummenacher hat schon negative Reaktionen erhalten, ja sogar sehr böse Briefe erhalten. «Vermutlich haben diese Menschen unseren Film nicht mal gesehen», meint er, «es ist schwierig, in diesem Land etwas zu sagen, das gegen die momentane politische Mehrheit spricht.» Der Regisseur stellte sich nach dem Film den Fragen der Zuschauer. Den Film hat er persönlich nicht geschaut. Er hat ihn rund 30 Mal in der Endfassung gesehen, bevor er ins Kino kam. Am Filmfestival in Locarno, wo «Heimatland » Premiere feierte und auch gefeiert wurde, sass Krummenacher auch in den Zuschauerrängen. Ansonsten wartet er jeweils im Hintergrund, bis der Film vorbei ist. «Es macht mich nervös, in den Reihen zu sitzen», sagt er.

Filmzitat bewegte

Alle Schauspieler und die Schauspielerin des Schwyzer Parts waren an der Schwyzer Premiere im Kino Brunnen anwesend. Herzlich gaben sie Auskunft, als Benno Camenzind vom Kino Schwyz – und neuerdings dem Kino Brunnen – Fragen stellte. Was war das Schwierigste für Egon Betschart, Muotathal? «Dass man während den Dreharbeiten nicht lachen durfte.» Und was war das Schönste für Florin Schmidig? «Das Schiessen hat mir gefallen. Etwa 100 Mal durfte ich schiessen, bis die Szene endlich im Kasten war.» Die Schüsse werden hoffentlich in Zukunft – die Realität war so nahe – nur im Film zu sehen sein. Nach dem Film kam kein Zuschauer dran vorbei, politische Diskussionen zu führen. Und die vage Lage der Welt zu hinterfragen. «Ichwett wäg us dem Kaff, uf Paris oder so.» Dieses Filmzitat bewegte.

Bote der Urschweiz (Nicole Auf der Maur)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

16.11.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/cJpQDr