Der Schwyzer Regisseur Michael Krummenacher dreht gerne mit Laienschauspielern. «Sie sind echt», sagt er. Bild Edith Meyer
Der Schwyzer Regisseur Michael Krummenacher dreht gerne mit Laienschauspielern. «Sie sind echt», sagt er. Bild Edith Meyer

Film

Schwyzer Laien für Kinofilm gesucht

Wer will vor die Kamera? Der Schwyzer Regisseur Michael Krummenacher sucht Muotathaler, die eine Rolle im Kinofilm «Heimatland » spielen möchten.

«Man muss keinerlei Schauspielerfahrung mitbringen», sagt Michael Krummenacher. Er lächelt: «Hauptsache, der Dialekt stimmt.» Der junge Regisseur sucht für den Dreh seines neusten Kinofilms Hauptdarsteller und Statisten aus Muotathal und Umgebung. Es sei bedeutend für ihn, dass Menschen aus unserer Region mit dabei sind. «Die authentische Sprache ist mir sehr wichtig.» Krummenacher ist einer von neun Schweizer Regisseuren, die gemeinsam einen Film machen.

10Minuten für Geschichte

In «Heimatland» werden neun unterschiedliche Geschichten erzählt, die wiederum ein Ganzes ergeben. «Ich habe genau zehn Minuten Zeit, meine Story zu erzählen», sagt er. Der Film handelt von einer unerklärbaren und furchteinflössenden Wolke, die sich über der Schweiz ausbreitet. Niemand kann sich dieses Wetterphänomen erklären. Die Bedrohung nimmt täglich zu. Die neun Schweizer Filmemacher erzählen jeweils eine Episode unter dieser fiktiven Bedrohungslage. Michael Krummenachers Geschichte spielt in Muotathal. «Unter der Bedrohung der Wolke beginnen die Bewohner, Dinge selber in die Hand zu nehmen. Dabei kann einiges schieflaufen.»

20 Geschichten kamen retour

Die Idee zum Film über Heimat hatten Michael Krummenacher und Jan Gassmann («Chrigu»). Sie haben sich an der Filmhochschule in München kennengelernt. Sie haben junge Schweizer Filmemacher angeschrieben. Rund 20 Kurzgeschichten von verschiedenen Regisseuren – zum Teil mit Autorenunterstützung – kamen retour. Das Echo war sehr gross. «Alle waren von der Idee überzeugt, dass junge Schweizer Filmemacher gemeinsame Sache machen sollten», sagt Krummenacher. Ausgewählt wurden die Geschichten von Benny Jaberg & Martin Handschin, Camren Jaquier, Gregor Frei, Lisa Blatter & Mike Scheiwiller, Lionel Rupp, Tobias Nölle und Jonas Meier. Natürlich steuert neben Michael Krummenacher auch Jan Gassmann eine Episode für «Heimatland» bei.

Muotathal ist spannender

Die Filmschaffenden drehen an den verschiedensten Orten der Schweiz – meist in der Nähe ihres Heimatortes. Michael Krummenacher ist in Schwyz aufgewachsen. «Ich fand das Muotatal allerdings spannender für das Filmprojekt. Muotathal ist speziell, das Dorf hat seinen ganz eigenen Charakter. » Krummenachers Teil des Films soll im Herbst gedreht werden. Für alle Rollen – egal ob Hauptrolle oder Statist – sind Personen aus der gesamten Region Schwyz erwünscht. «Ich würde mich über viele Zuschriften freuen. Ich hoffe, dass viele mutig sind und sich ohne grosses Zögern melden.»

Porträt

Der 1985 geborene Michael Krummenacher ist seit 2006 Student an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) München. Während seiner Schulzeit in Schwyz drehte Michael Krummenacher bereits erste Kurzfilme und besuchte nach Abschluss des Gymnasiums den Filmmaking Intensive Workshop der Columbia University in New York City. 2006 begann er sein Studium der Regie für Kino und Fernsehfilm an der HFF München. 2009 gründete er mit Peter Branowski die Passanten Filmproduktion und realisierte im selben Jahr seinen ersten Langspielfilm «Hinter diesen Bergen», der unter anderem auf den internationalen Filmfestivals Hof und Rotterdam gezeigt wurde.

Für Kurzfilmpreis nominiert

Mit «Wenn wir alle da sind» war Michael Krummenacher für den Deutschen Kurzfilmpreis 2012 nominiert. Das Drama wurde in Muotathal und Schwyz gedreht. Zahlreiche Schulkinder aus der Region waren dabei in Haupt- und Nebenrollen vertreten. Michael Krummenacher veröffentlicht noch dieses Jahr den Film «Sibylle», einen Mysterythriller mit hochkarätigen Schauspielern wie Anne Ratte-Polle, Elisabeth Rath, Thomas Loibl, Heiko Pinkowski, Thomas Fränzel und Andreas Lust.

Gesucht werden:

– Adi und Roger: zwei ungleiche beste Freunde, ca. 18 bis 20 Jahre alt
– Rita: ein hübsches Mädchen, ca 16 bis 18 Jahre alt
– Markus: ein Bekannter von Adi und Roger, ca. 20 bis 22 Jahre alt
– Rolf: Lokalpolitiker und überzeugender Redner, ca. 50 Jahre alt
– für kleinere Sprechrollen und als Statisten sehr viele Frauen und Männer aller Alt

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

18.06.2014

Webcode

schwyzkultur.ch/TqMR1B