Schwyzer Talkessel «unter dem Meer» - 1

Film

Schwyzer Talkessel «unter dem Meer»

Im Talkessel Schwyz wird derzeit ein skurriles Drama mit dem Titel «Unter dem Meer» verfilmt. Der Schwyzer Spielfilm- und Regiestudent Michael Krummenacher zeichnet die Geschichte einer ganz und einer fast Matura. Die Dreharbeiten laufen noch bis am 6. September.

Die Zutaten für einen Filmdreh sind klar: Kameras, Mikrofone, Beleuchtung, Schauspieler und ein Regisseur. Dieses Gesamtpaket steht momentan im Talkessel von Schwyz im Einsatz. Denn vom 16. August bis 6. September wird hier ein rund 40- bis 60-minütiges Drama verfilmt. Verantwortlich zeichnet der Spielfilm- und Regiestudent Michael Krummenacher aus Schwyz. Die Produktion gehe in Richtung Arthouse, erklärte der Regisseur im Interview mit dem «Boten ». Krummenacher liebt den besonderen Film, wie er selber sagt.

Kein Teenie-Sommerfilm erwarten

Und obwohl sich die Geschichte um zwei Teenager nach der Matura dreht, dürfe der Zuschauer keinen Teenie-Sommerfilm erwarten, betonte Krummenacher. Vielmehr widerspiegelt der Streifen die Gefühlswelt einer gescheiterten Maturandin und die Beziehung zu ihrer erfolgreichen Freundin. Beleuchtet werde zum anderen aber auch, wie sich eine intensive Freundschaft in nur einem Sommer verflüchtigen kann. Obwohl der Arbeitstitel des Films «Unter dem Meer» auf den ersten Blick etwas abstrakt erscheint, zeigt er doch die perspektivenlose Situation der gescheiterten jungen Frau.

Ausnahmslos in Schwyz gedreht

Die Geschichte wird ausnahmslos im Talkessel abgedreht. Unter anderem werden dabei das Zentrallager der Tschümperlin Schuhe AG in Brunnen, die Kantonsschule Kollegium Schwyz, das Gebiet Bödmerenwald und der Pragelpass, Gebiete am Lauerzersee und diverse Innenräume gezeigt. Gedreht wird in nächster Zeit aber auch auf der Ibergereggstrasse, welche dafür intervallmässig gesperrt werden muss. Wann genau die Filmcrew die Szenen auf der Ibergereggstrasse aufnehmen wird, ist noch nicht klar, erklärte Regisseur Krummenacher. Er hofft aber dennoch auf Verständnis bei den Betroffenen. Am Dreh beteiligen sich hinter den Kulissen rund zehn Personen.Vor der Kamera agieren sechs Schauspieler. Unter ihnen auch der Schweizer Andreas Matti, bekannt aus der Schweizer Fernsehserie «Fascht e Familie» und dem Spielfilm «Die Herbstzeitlosen». Krummenacher zeigte sich im Interview sehr erfreut über die Zusage des Schauspielers und erklärte weiter, dass Matti die Rolle des Schuhlager- Chefs verkörpere.

Idealismus pur

Die Produktion zum Film «Unter dem Meer» strotzt vor Idealismus: Sowohl die Schauspieler als auch alle Mitwirkenden hinter der Kamera arbeiten ohne Gage am Projekt «Kurzfilm». Finanziell unterstützt wird die Produktion von der Kulturförderung des Kantons Schwyz, von privaten Sponsoren und von der Hochschule für Fernsehen und Film München – der Ausbildungsstätte von Krummenacher.

Das bisher grösste Projekt

Der Kurzfilm ist das bisher grösste Filmprojekt des 24-jährigen Schwyzers. Ziel sei es, den Film bis zum Eingabeschluss des Filmfestivals Locarno 2010 fertig zu haben. Michael Krummenacher studiert seit drei Jahren an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Der 24-Jährige erklärte im Interview mit dem «Boten», dass er bereits alsTeenager gewusst habe, dass er später Filme machen wolle. Heute, mitten in der Ausbildung, hat Krummenacher zusammen mit einem Studienkollegen bereits die Firma «Passanten Film» gegründet, um eigene Projekte realisieren zu können.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

26.08.2009

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