Ralp Hospenthal vor seiner Graffiti-Kunst: Im Innern der ehemaligen Lücken-Turnhalle haben insgesamt acht Profisprayer gewirkt.
Ralp Hospenthal vor seiner Graffiti-Kunst: Im Innern der ehemaligen Lücken-Turnhalle haben insgesamt acht Profisprayer gewirkt.

Kunst & Design

«Es sollte mehr Hallen zum Besprayen geben»

Der professionelle Graffiti-Künstler Ralph Hospenthal durfte mit sieben weiteren Profis vor dem Abriss die Lücken-Turnhalle besprayen.

«Ich habe die Bürgi Tiefbau AG in Goldau angefragt, ob ein Objekt abgerissen werde, das man vorher noch besprayen könnte», so Ralph Hospenthal. Der Goldauer ist professioneller Graffiti-Künstler und immer auf der Suche nach Wänden, die er legal besprayen kann. Die Bürgi Tiefbau AG hat ihm denn den Kontakt zu Beat Herger, Abteilungsleiter Liegenschaften Gemeinde Schwyz, und zu Hansjörg Dittli,Teamleitung Schulhaus Lücken, vermittelt. «Sie haben mir ermöglicht, dass ich mit sieben weiteren Profi-Sprayern das Innere der Lücken-Turnhalle besprayen konnte», erklärt er. Im Gegenzug habe er einen Workshopmit 25 Schülern abgehalten. Hospenthal erklärte der Schülerschaft die Geschichte der Graffiti, zeigte ihnen Materialien und liess sie das Sprayen am Äusseren des Gebäudes ausprobieren.

Aus Täter wurde Prediger

Ralph Hospenthal sprayte nicht immer legal. 2006 wurde er als Täter einer Sprayerattacke erwischt. «Erst vor eineinhalb Jahren habe ich meine Schulden von diesem Vorfall abbezahlt», erklärt Ralph Hospenthal die Konsequenzen. Seither macht der Graffiti-Künstler mit jungen Menschen Workshops. Er propagiert das legale Sprayen und klärt die Jugendlichen über den Unsinn des illegalen Sprayens auf. «Irgendwann fliegts immer auf», meint Ralph Hospenthal. Der 27-Jährige ruft deswegen Jugendzentren oder Gemeinden dazu auf, vermehrt Betonwände (sogenannte Hall of Fames) zum Besprayen zur Verfügung zu stellen. «Im Kanton Luzern haben zum Beispiel mehrere Jugendhäuser Wände für die Jugendlichen bereitgestellt», sagt Ralph Hospenthal.

VerschiedensteAufträge

Der Profisprayer kommt oft bei Jugendzentren und Schulen vorbei, um den Jugendlichen das Sprayen zu zeigen. Man kann ihn für Workshops buchen. Nicht nur Schulen sind Kunden von Ralph Hospenthal. Unternehmen wie die Riwag, das Goldauer Bergsturzmuseum, die Föry AG oder die Rigi Scheidegg gehören zu den Referenzen. «Ich kann allerdings noch nicht vom Sprayen leben», sagt Ralph Hospenthalalias Seone.

Infos

www.seone.ch

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

17.04.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/8pgd3x