Querbeet im Kunstgarten malen - 1

Kunst & Design

Querbeet im Kunstgarten malen

Mit ihrer neusten Ausstellung «Quer-Art» präsentierte Judith Frischherz am letzten Wochenende an ihrer Vernissage ihre breite Bilderpalette. Gleichzeitig gewährte sie den interessierten Gästen einen Einblick in ihre Malschule und den Kunstmalbedarfsshop.

Der Titel der Ausstellung deutete es bereits an: Quer-Art. Judith Frischherz ist eine Künstlerin, die nicht ausartet, aber gerne «querartet». Dies konnte man bereits auf den ersten Blick erkennen, als man ihre neuste Bilderausstellung in den Räumen ihrer Malschule betrat. Alle Wände sind mit ihren Bildern geschmückt. Deren Themen- und Technikvielfalt ist aber überraschend gross. So präsentierte Frischherz in einer Ecke grossflächige Rosenblütenbilder, die sie mit Pastellkreide gemalt hatte. Eine andere Ecke war mit einer Serie behängt, deren Bilder an Gesteinsmuster, Vulkan- oder Flusslandschaften, aus der Vogelperspektive betrachtet, erinnerten. Bei diesen Bildern verwendete Frischherz loses Pigmentpulver. Dabei ging eine Farbebene durch Aufschichten des Pulvers in die andere über. An einer Wand hingen sechs Aquarelle, die sie in ihrer letzten Kurseinheit gemalt hatte. Gleich nebenan schlossen drei imposante Acrylbilder an. Auf jedem dominierte ein kahler Baumstamm, hinter dem eine kleine Häusergruppe im nichts verschwand.

Vielfalt als Markenzeichen

Frischherz hat keine Linie, kein gleich bleibendes Sujet oder Thema. «Ich brauche die Vielfalt und die Abwechslung», sagte sie. Immer wieder eignet sie sich neue Techniken an, da ihre Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Techniken zu lernen wünschen. Sie malt, wie es ihr Name schon andeutet, frisch vom Herzen weg. Zu Beginn prägt sie höchstens ein bestimmtes Gefühl. «Nie aber starte ich eine Arbeit mit einem konkreten Ziel oder einer bestimmten Idee», meinte Frischherz. Das Bild entsteht und verändert sich, bis es für sie stimmig und damit fertig ist. Frischherzs Werk hat Tiefgang. Dieser war nicht auf Anhieb sicht- und fassbar. Die Bilder und deren Namen wie «Herzlichkeit», «unergründlich», «Wahrheit», «Vulkanherz» oder «Fernwehträume» musste man länger auf sich wirken lassen. Zum Teil waren es Bilder, die, je länger man sie betrachtete, ihre Ebene und ihren Wirkungsgrad veränderten. Aus unscheinbaren Hintergründen ergaben sich plötzlich wuchtige Vordergründe, die auch als grossräumige Kulissenbilder eingesetzt werden könnten.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

02.11.2009

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schwyzkultur.ch/Uy1JVi