Habilitationsschrift über Menschenrechte: Franz Xaver von Weber skizziert Zukunftsperspektiven. (Bild hse.ch)
Habilitationsschrift über Menschenrechte: Franz Xaver von Weber skizziert Zukunftsperspektiven. (Bild hse.ch)

Literatur

Buch über Menschenrechte

«Der Menschenrechts- staat», so heisst die Habilitationsschrift des Schwyzer Juristen Franz Xaver von Weber.

Sie strahlen in die ganze Welt, die Menschenrechte: blendend beglückend manchmal, brausend berückend gar vielleicht, jedenfalls auf den ersten Blick blink und blank blitzend wie nur je ein grosses Aha: So müssen wir doch zueinander sein. Dennoch: Sie machen auch Probleme. Oft genug geraten sie, gerade wegen ihrer Geltung weit über die Welt, in Zwickmühlen. Denn staatliche Interessen, lokal gewachsene Normen oder regionale Empfindungen widerstreiten ihnen. Die «islamischen Menschrechte» etwa anerkennen andere Verbindlichkeiten als wir. Und die berühmten politischen Gefangenen in China oder in Russland dürften nach einem verbreiteten Menschenrechtsverständnis eben gar nicht Gefangene sein. Im Irak zwicken ähnliche Ungereimtheiten.

«Der Menschenrechtsstaat»

Solche Probleme diskutiert der Schwyzer Jurist Franz Xaver von Weber in seinem Buch «Der Menschenrechtsstaat ». Es wirft, wie derTitel anzeigt, die Frage auf: Wie muss der Staat beschaffen sein, um menschenrechtlicher Weltfreundlichkeit im lokal genormten staatlichen Zusammenspiel einen optimalen Durchbruch zu ermöglichen?

Schwierige Situationen

Zugleich erfahren wir in von Webers Buch auch Entscheidendes über die Geschichte der Menschenrechte, insbesondere über die amerikanischen «bill of rights» aus dem Jahre 1776 und die französischen «droits de l’homme» von 1789. Neben diesen beiden lichtvollen Eckpunkten aus der Rechtsgeschichte vergisst der Schwyzer Jurist aber auch nicht dunklere Zonen auf dem blauen Planeten. In Papua-Neuguinea, Osttimor, Brasilien und Nepal zum Beispiel, macht er überzeugend und materialreich deutlich, ist die Menschenrechtssituation schwierig, vertrackt und verlottert. Der Blick in die Vergangenheit und die Missstände der Menschenrechtsfragen bringt den Autor dazu, interessante Zukunftsperspektiven möglicher Lösungen zu skizzieren …

Ehemaliger Kollegi-Schüler

Franz Xaver von Webers Buch «Der Menschenrechtsstaat» ist dieHabilitationsschrift des Schwyzer Mitbürgers, der 1979 an der Kantonsschule Kollegium Schwyz die Matura gemacht hat. Er hat also damit nach seinem Doktorat das Recht erworben, Universitätsprofessor zu werden.

Der Menschenrechtsstaat

Menschenrechte und Rechtsstaat in der globalisierten Welt, Basel: Helbing Lichtenhahn Verlag 2010 (ISBN 978-3-7190- 2921-0)

Weitere Infos

www.schulthess.com

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

26.10.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/LCJAwj