Die 15-jährige Joy Michaelis hat das Dichten für sich entdeckt und eine zehnteilige Gedichtsammlung geschrieben. Bild Nadine Annen
Die 15-jährige Joy Michaelis hat das Dichten für sich entdeckt und eine zehnteilige Gedichtsammlung geschrieben. Bild Nadine Annen

Literatur

«Gedichteschreiben fasziniert mich»

Normale Geschichten schreiben? Für Joy Michaelis nicht genug: Die junge Schwyzerin wagte sich an die Kunst des Dichtens.

Wie die Jungfrau zum Kinde kam Joy Michaelis dazu, Gedichte zu schreiben: Auf der Suche nach einem Thema für ihre Abschlussarbeit hatte die Oberstufenschülerin zunächst viel zu viele Ideen. Die favorisierten Themen lassen aber schnell auf die Schreiblust der 15-Jährigen schliessen. Zwischen Geschichte schreiben, Reisebericht verfassen, Schnupperwoche dokumentieren und Gedichte schreiben wählte sie schliesslich letzteres aus. «Mich fasziniert an Gedichten, wie man sich individuell ausdrücken und seine Gedanken zu einem Thema formulieren kann», erklärt die Schwyzerin die getroffene Wahl. Die Schülerin, die zwar schon öfter mal Gedichte von bekannten Dichtern gelesen, aber noch nie selber eines geschrieben hat, machte sich auf die Suche nach Tipps und Kniffs, wie man selber Gedichte schreibt, und erarbeitete ein Konzept für ihre eigene Gedichtsammlung.

«Hingesetzt und angefangen»

Diese soll aus zehn Gedichten bestehen, alle nach dem gleichen Aufbau und mit dem gleichen Reimschema, jedes mit einer handgefertigten zum Thema passenden Zeichnung versehen und in einem Heft gesammelt werden. Um die Ideen für die zehn Themen, über welche sie Gedichte schreiben will, zu bekommen, setzte sie sich auf eine Bank und sinnierte über ihr Leben: «Ich reflektierte zum Beispiel, was mir im Leben wichtig ist oder was einen grossen Teil meines Lebens einnimmt », erklärt sie. Herausgekommen sind Gedichttitel von «Der Mensch», «Die Liebe» und «Die Zeit» über «Der letzte Tag», «Schreiben», «Die Schokolade » und «Das Bett» bis hin zu «Die Blume», «Die Musik» und «Die Hoffnung ». Den Kniff zum Dichten hatte sie dann schnell raus: «Ich habe mich hingesetzt, angefangen zu schreiben, aufgehört, wenn mir nichts mehr in den Sinn kam und später weitergeschrieben, wenn ich wieder etwas im Kopf hatte.» Manchmal sei es schon schwierig gewesen, und die Ideen wollten einfach nicht kommen. Auch dass sich die Worte richtig reimen, sei nicht immer ganz einfach gewesen. Das Ergebnis sind zehn Gedichte, jedes ein spezieller Mix aus Tiefsinn, Witz und Unerwartetem. Diese will die Nachwuchsdichterin einer erfahrenen Expertin zeigen: «Ich habe mit der Lyrikerin Svenja Hermann Kontakt aufgenommen und hoffe, dass sie mir noch Tipps geben kann, wie ich meine Gedichte verbessern könnte», erzählt Joy Michaelis.

Bote der Urschweiz (Nadine Annen)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

01.05.2015

Webcode

www.schwyzkultur.ch/DsVjpX