Für ihr Buch Schwingfest besuchte Autorin Blanca Imboden im Schwingkeller Ibach Adi (links) und Philipp Laimbacher. Bilder Erhard Gick
Für ihr Buch Schwingfest besuchte Autorin Blanca Imboden im Schwingkeller Ibach Adi (links) und Philipp Laimbacher. Bilder Erhard Gick

Literatur

«Hatte keine Ahnung vom Schwingen»

Blanca Imbodens elftes Buch, «Schwingfest – Verliebt in einen Bauern», ist gleich ein Bestseller. Eine Übersetzung oder Verfilmung einer ihrer Romane wäre der Traum der Autorin.

Mit Blanca Imboden sprachen Jürg Auf der Maur und Sandrine Hedinger.

Blanca Imboden, Ihr neustes Buch dreht sich ums Schwingen – eine boomende Sportart. Steckt dahinter eine Marketingstrategie?

Die Idee für dieses Buch kam ausnahmsweise wirklich von einem Angestellten des Verlags. Spontan habe ich zugesagt, aber ich wusste nicht richtig, worauf ich mich da einlasse. Ich hatte überhaupt keine Ahnung vom Schwingen. Die habe ich zwar immer noch nicht (lacht).

Dennoch mussten Sie sich das Schwingerlatein aneignen. Jeannette Burri-Arnold war meine erste Ansprechperson. Sie hat ebenfalls ein Buch geschrieben und mir Mut gemacht, denn für mich sah zuerst alles wie ein «Gehäkel » und «Gelisme» gleichzeitig aus. Als Zweites habe ich mich an Adi Laimbacher gewandt. Er hat sich sehr viel Zeit für mich genommen und mir Regeln und Zeugs und Sachen erklärt. Während des Schreibprozesses besuchte ich Schwingfeste, sammelte «Bote»-Zeitungsausschnitte und habe Vorschauen studiert. Anschliessend hat Koni Schelbert aus Muotathal alles sehr akribisch gegengelesen.

Sie klingen begeistert.

Schwingen wird nicht meine absolute Leidenschaft. Aber die Schwingfeste auf dem Stoos und auf der Rigi haben mir wirklich gefallen. Ich habe zudem sehr viel über das Thema Landwirtschaft gelernt und sogar die Geburt eines Kälbleins miterleben dürfen.

Wie viel Blanca Imboden und wie viel Adi Laimbacher stecken in Ihrem Buch?

Etwas Blanca Imboden ist immer drin. Bea ist auch unfreiwillig selbstständige Journalistin. Und für Bea, genauso wie für mich, war Adi Laimbacher vorerst der einzige Schwinger, den sie kannte. Klar war ich dann Fan von ihm. Dadurch erhält er eine zentrale Bedeutung.

Wie viel dürfen Sie vom Inhalt von «Schwingfest» denn verraten?

Bea, eine unfreiwillig selbstständige Journalistin undTexterin, muss für ein Frauenmagazin Bauer Sämi porträtieren, der sich gerade in voller Schönheit im Bauernkalender präsentiert. Bea ist sofort verliebt, weiss aber auch, dass sie als Journalistin in Stöckelschuhen keine Chance beim Naturburschen hat, der vielmehr eine waschechte Bäuerin möchte. Bea versucht deshalb, übers Schwingen an ihn heranzukommen.

Ein Happy End gehört bei meinen Büchern natürlich dazu. Aktuell sind Sie gleich mit zwei Büchern in der Bestsellerliste.

Das bereitet nicht nur grosse Freude, sondern ist auch Bestätigung für meine Arbeit. Das sichert mir das Überleben und das Weitermachen. Obwohl: Weitermachen würde ich sowieso (lacht).

«Johnny Depp – Schule ist doof 1» ist aktuell nicht mehr in den Top Ten. Sind Sie enttäuscht?

Im Gegenteil. Ich habe keine Leserschaft in der Jugend, und mein Verlag hat noch nie ein Jugendbuch herausgegeben. Von daher war es ein Experiment. Vor Weihnachten wird der zweite Band erscheinen, und ich betrachte es mehr als Aufbauarbeit, die längerfristig mehr bringt. Immerhin: Bereits seit acht Wochen in der Bestsellerliste, davon 7 in den Top Ten, das ist mehr, als wir erhofften, mehr, als viele je schaffen.

Wie lebt es sich als Selbstständige?

Ich bin nicht freiwillig selbstständig geworden, aber ich bin eben mehr die Schreibtischperson. Und ich bin glücklich mit meinen Lesungen. (Überlegt) Momentan bin ich sehr viel unterwegs und fahre beispielsweise für ein zehnminütiges Radiointerview bis nach Chur. Noch ein Teilzeitpensum zu haben, würde mich jedoch beruhigen. Denn weil mein Verlag nur in der Schweiz arbeitet, habe ich auch nur in der Schweiz Erfolg. Da wird man nicht reich, aber man kann davon leben.

Gibt es denn Bestrebungen, Ihren Erfolg auf den ganzen deutschsprachigen Raum auszudehnen?

Mein Verlag ist sehr klein, da fehlen die Beziehungen fürs Ausland. Ich bin glücklich, wenn ich so weiterleben kann wie jetzt.

Das heisst, es wird auch keine Übersetzungen in andere Sprachen geben?

Eine russische oder indische Übersetzung wäre ein Traumvon mir (lacht). Eine Zeit lang war im Gespräch, «Matterhörner» auf Japanisch zu übersetzen. Das haben wir vertagt. Aktueller ist eine Verfilmung. Aber ich get

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

18.05.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/LAM5sk