Vernissage für den schwyzerischen Lexikonband: HLSStiftungspräsident Carlo Malaguerra (rechts) übergibt die ersten beiden Bände an Landammann Walter Stählin (Mitte) sowie Bezirksammann Markus Schuler und damit dem Volk. Bild Josias Clavadetscher
Vernissage für den schwyzerischen Lexikonband: HLSStiftungspräsident Carlo Malaguerra (rechts) übergibt die ersten beiden Bände an Landammann Walter Stählin (Mitte) sowie Bezirksammann Markus Schuler und damit dem Volk. Bild Josias Clavadetscher

Literatur

Lexikon «schwyzert» stark

Das «Historische Lexikon der Schweiz» ist ein weltweit absolut einmaliges Projekt. Nun ist der 11. Band vorgestellt worden. Er ist deshalb ganz besonders, weil darin Schwyz ziemlich konzentriert vorkommt.

Es ist das Geschichtslexikon schlechthin, das «Historische Lexikon der Schweiz» (HLS). Es deckt die Spannweite von der Altsteinzeit hinauf bis in die Gegenwart ab. Gesamthaft werden darin Geschichte, Orte, bedeutende Personen, Familien und Sachthemen in 36 000 Artikeln vorgestellt und beschrieben. Mit dieser Lexikonreihe ist 1988 gestartet worden, in zwei Jahren wird sie mit dem 13. Band beendet. Alle Bände werden übrigens auf Französich und Italienisch übersetzt.

Von Schai bis StGB

Soeben hat der 11. Band dieses Lexikons den Verlag verlassen und ist in Schwyz an einer Vernissage vorgestellt worden. Schwyz deshalb, weil der Band beim Begriff Schaichet Alexander, einem Musiker, beginnt und beim StGB, dem Schweizerischen Strafgesetzbuch, aufhört. Und dazwischen, da schweizert und vor allem «schwyzert» es gewaltig. HLS-Chefredaktor Marco Jorio zählte auf, welche geografisch-politischen Begriffe aus dem Kanton Schwyz unter anderem zum Zuge kommen: der Kanton Schwyz, der Bezirk Schwyz, die Gemeinde Schwyz, aber auch Schindellegi, Schübelbach, Seewen, Steinen, Steinerberg, Siebnen oder sogar die Schwanau. An Biografien werden die Familien Schindler, Schuler, Stadler, Schwander, oder dann Maler Hans Schilter, Komponist Othmar Schoeck, Ordensgründerin Mutter Maria Theresia Scherer oder die historischen Figuren von Landammann Werner Stauffacher und der Stauffacherin behandelt. Als besonderes Merkmal wird erwähnt, dass aus der Ur- und Frühgeschichte des Kantons «zahlreiche Primeurs» enthalten seien. Schwyz galt bisher als arm an Funden, bis aus der Altsteinzeit am Sihlsee und am Obersee sowie aus den Muotathaler Karsthöhlen bis zu 10 000 Jahre alte Spuren bestätigt werden konnten.

Vorteil der späten Reihenfolge

Die Kosten dieses Generationenprojekts trägt der Bund, Herausgeberin ist die HLS-Stiftung, die Mitarbeit liegt jeweils bei den Kantonen – in Schwyz logischerweise beim Amt für Kultur. Staatsarchivar Valentin Kessler, Archivleiter Erwin Horat und der frühere Staatsarchivar und heutige Regierungsrat Kaspar Michel zeichnen als Autoren. Horat sprach von einem grossen Glücksfall, dass Schwyz imAlphabet weit hinten liege. So habe man von der Erfahrung anderer Kantone profitieren können, sei weniger unter Zeitdruck gestanden und habe vor allem einen Abgleich mit der aktuell erschienenen Kantonsgeschichte vornehmen können. Beide haben so gegenseitig davon profitiert. Auch HLS-Redaktor Roger Sidler bestätigte diesen Effekt, gerade weil das dreifache Schwyz – Kanton, Bezirk, Gemeinde – einiges an Rückfragen und Abgrenzungen erfordert habe.

700 Eintragungen über Schwyz

Der Vernissage wohnten in erster Linie viele Mitglieder des Historischen Vereins des Kantons Schwyz bei. Entsprechend schwärmte Vereinspräsident und Regierungsrat Michel, dass diese Vernissage ein «bibliophiles Erlebnis » darstelle. «Es ist ein überaus wichtiger Band, der bedeutendste des HLS-Gesamtwerks, weil Schwyz darin enthalten ist», schmunzelte er.Allerdings ist das Werk im Gesamtumfang zu sehen. Über Schwyz werden in allen 13 Bänden total 100 Ortsartikel, 500 Biographien, 80 genealogische Artikel über Familien und 10 Sachartikel enthalten sein. Das lade dazu ein, Geschichte zu erforschen und zu erfahren, lobte Landammann Walter Stählin. Umrahmt wurde die Vernissage durch die Schwyzerörgeliformation der Mosibuebe. Das Schwyzerörgeli hat es trotz zutreffender Alphabetreihe zwar nicht zu einem Platz in diesem Band geschafft, kommt aber im Lexikon als Teil der Volksmusik oder im Zusammenhang mit den Virtuosen Peter Zinsli oder Rees Gwerder durchaus vor.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

19.11.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/wSLkw1