Das Bundesbriefmuseum ist 75 Jahre alt. Zu diesem Anlass ist ein neues «Schwyzer Heft» herausgegeben worden.
Das Bundesbriefmuseum ist 75 Jahre alt. Zu diesem Anlass ist ein neues «Schwyzer Heft» herausgegeben worden.

Literatur

Mehr als ein Jubiläumsheft

Das Bundesbriefmuseum ist 75 Jahre alt. Zu diesem Anlass ist ein neues «Schwyzer Heft» herausgegeben worden. Es nutzt diesen Geburtstag geschickt, um auf populäre Art und anhand realer Objekte Einblicke in die Alte Eidgenossenschaft zu machen.

Fussnotenüppige Wälzer zur mittelalterlichen Geschichte sind nicht jedermanns Sache. Und die Mythen aus der Gründungsgeschichte sind für viele suspekt. Da geht diese gestern präsentierte Publikation aus der erfolgreichen Reihe der «Schwyzer Hefte» anders vor. Dieses Heft nimmt Objekte im Bundesbriefmuseum, um, gestützt auf Ergebnisse der zeitgenössischen Forschung, die Geschichte und Zusammenhänge dahinter zu zeigen. Optimal illustriert, mit Episoden ergänzt, mit einer umfassenden Bibliografie versehen, wird so komplexe Geschichte interessant präsentiert. Amtsvorsteher Valentin Kessler umschrieb es so, dass Historiker in diesem Sinne eigentlich nur Übersetzer und Dolmetscher sein sollten. Die Sprache ist darum auch sehr verständlich gehalten, das Heft richtet sich an ein durchschnittliches, historisch interessiertes Publikum. Es ist auch als Führer über und Begleiter durch das Bundesbriefmuseum gedacht, der den aktuellen Stand historischer Forschung aufnimmt und gegen Legendenbildung antritt. Auch der Bundesbrief von 1291 wird dazu realistisch angegangen. Wie Annina Michel als Leiterin des Bundesbriefmuseums erklärte, rage dieses Dokument zwar aus der ganzen wertvollen Sammlung heraus, sei aber nicht als Geburtsurkunde der Schweiz zu betrachten. Auch Bildungsdirektor Walter Stählin schloss sich dieser Erkenntnis an.

Fünf Autoren, zehn Kapitel

Als Autorenschaft zeichnet das Team von Staatsarchiv und Kulturgüterschutz: Erwin Horat, Ralf Jacober,Valentin Kessler, Oliver Landolt und Annina Michel. In zehn Kapiteln befassen sie sich gegliedert mit den Freiheitsbriefen, all den Bündnissen, Konflikten, Kriegen und Konkordaten, der Helvetischen Republik, mit der Entstehung des Bundesbriefmuseums, den aus heutiger Sicht skurrilen Auseinandersetzungen um ein Nationaldenkmal und mit dem monumentalen Denkmal «Wehrwille» im Park. Dem Heft fehlt auch gewisse Brisanz nicht, wenn bei der Bannersammlung darauf hingewiesen wird, dass das Schweizer Kreuz gar nichtsmit dem Schwyzer Wappen zu tun hat.

Zum Thema

- 26.07.2011: 75 Jahre Bundesbriefarchiv

Weitere Infos

- www.bundesbrief.ch
Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

30.07.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/hUCDDb