Der Autor Christian E. Besimo signiert nach der Lesung sein Buch mit Tessiner Geschichten. Bild: Silvia Camenzind
Der Autor Christian E. Besimo signiert nach der Lesung sein Buch mit Tessiner Geschichten. Bild: Silvia Camenzind

Literatur

Tessiner Geschichten eines Heimkehrers

Der Zahnarzt Christian E. Besimo las in der Kantonsbibliothek aus seinem ersten Buch über seine Tessiner
Heimat vor. Gegen 80 Personen hörten nicht nur aufmerksam zu, sie spendeten Applaus und kauften sein Buch «Die Kraft der Düra».

Christian E. Besimo hat seine Tessiner Geschichten auch schon vor Publikum vorgelesen. Damals waren es noch lose Blätter. Später band er sie und legte sie im Wartezimmer der Zahnarztpraxis auf. Inzwischen hat der Professor, der von Beruf wegen wissenschaftliche Literatur verfasste, in Judith Kaufmann von der Edition Bücherlese eine Verlegerin gefunden. «Die Kraft der Düra» erschien als Buch.

Heimat im Verzascatal gefunden

So kam es, dass E. Besimo am Mittwoch in der Kantonsbibliothek vor rund 80 Personen aus seinem Buch vorlas. Da er unterhaltsam und fundiert von seinen Wurzeln im Verzascatal zu erzählen weiss, war es geschickt gewählt, dass Franz-Xaver Risi, der Schwyzer Kulturbeauftragte, mit dem Autoren ein Gespräch führte. Christian E. Besimo war in Zürich aufgewachsen. «Die Stadt hatte nie die Chance, meine Heimatstadt zu werden », blickt Besimo zurück. Er machte sich auf Spurensuche ins karge Tal im Tessin, aus dem sein Grossvater wegen Armut ausgewandert war. Vieles, was der Zahnarzt im Verzascatal erlebte, reifte in der Erinnerung und liegt nun – ohne biografischen Anspruch – in Kurzgeschichten auf: «Es geht nicht um die Wahrheit, es geht um das Authentische», erklärte der Autor. Er hat, um die Einheimischen, die sich alle kennen, zu schützen, die Namen der Personen und Orte frei erfunden.

Tiefe Weisheit, wortkarge Freundschaften

Manchmal, aber nicht immer, sind die Kurzgeschichten autobiografisch, in diesem Fall diejenige des Autors Matteo, obwohl er sagt, es sei nicht sein altes Ego. Was alle Geschichten vereint, ist die Nähe zur Natur, die wortkarge Freundschaft und eine tiefe Weisheit, welche die rund 80 Anwesenden nicken und lachen liess. Da die letzte Geschichte im Buch schon fast mit einem Cliffhanger endet, fragte Franz-Xaver Risi, ob Besimo weiterschreibe. Besimo lachte und sagte: «Es geht auf alle Fälle weiter.»

Bote der Urschweiz (Silvia Camenzind)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

07.04.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/3qFLHg