Superabend: Tim Krohn und Anna Trauffer begeisterten die zahlreichen Besucher.
Superabend: Tim Krohn und Anna Trauffer begeisterten die zahlreichen Besucher.

Literatur

Tiefe Einblicke in «Vrenelis Gärtli»

Am Samstagabend stellte Tim Krohn auf der Kleinbühne Chupferturm am Hauptort die szenische Lesung seiner Gletschersaga «Vrenelis Gärtli» vor. Begleitet wurde er von Anna Trauffer mit Gesang und Kontrabass.

«Vrenelis Gärtli» heisst der 2007 erschienene zweite Kultroman des Glarners Tim Krohn. Vreneli war als Tochter des Fessisbauers und seiner Frau Marie im Glarnerland geboren worden. Das Kleinkind zog es zu den Kühen des Vaters, und schon bald lernte es, erste Wörter zu sprechen. Papa zog es temporär in die wirtschaftlich erfolgreichere welsche Schweiz zu besseren Einnahmen. Im Käsekeller erzählte die Mutter Vreneli von Paris, beim Einschlafen dachte es an die Grossstadt. Der Vater kam mit Geld retour. Kurz darauf während eines Sturms verstarb die Mutter. Sie wurde begraben, der Vater machte der Kleinen klar, sie sei als Hummel weggeflogen.

Von Sagengestalt umsorgt

Einige Zeit kümmerte sich die rund 1000-jährige Sagengestalt Bersiänli um das Kind, der Vater war erneut weg. Vreneli besah intensiv die über den Urnerboden fliegenden Hummeln. Statt zur Schule zu gehen, arbeitete sie in einer Textilfabrik. Dort entdeckte sie Melks Augen. Sie begann zu malen, etwa auf Mutters Totentuch, und wollte ein internationales Bild herstellen. Melk ist mit Tieren in der Nähe. Dann reiste sie mit Frau Heer und deren Tochter in ein deutsches Kurhaus. Einem Künstler und Mäzen erklärte sie, auch sie sei Künstlerin, male zum Beispiel Gletscherbilder. Dann benutzten viele Leute nackt das Bad. Als Vreneli später neben Fräulein Heer erwachte, reiste diese kurz darauf mit der Mutter ab, da ihr Vater sie vor der Reise nach Bern noch sehen wollte. Vreneli dachte an Melk, gewärmt schlief sie erneut ein.

Trauffer gefiel

Sehr gefiel auch Anna Trauffer mit Mundartliedern, Kontrabass und weiteren Instrumenten.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

25.10.2010

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schwyzkultur.ch/3n9L2L