Die Autorinnen: Martina Genova (links) und Ursina Roma präsentieren ihr erstes Werk.
Die Autorinnen: Martina Genova (links) und Ursina Roma präsentieren ihr erstes Werk.

Literatur

Zwei Schwyzerinnen schrieben Buch

Zwei ehemalige Schülerinnen des Kollegiums Schwyz veröffentlichten im letzten Jahr ihr erstes Buch «Raven: Portrait eines Mörders». Am 21. Januar findet dazu eine Vernissage in der Bibliothek des Kollegiums statt.

Peily, auf den ersten Blick eine etwas primitive, aber harmlose kleine Welt in einer anderen Dimension. Zwei Dörfer, ein Wald, eine Strasse. Und doch geschehen hier Dinge, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Wie das Sprichwort schon sagt: «Stille Wasser reichen tief.» Dies trifft auch auf den Antihelden dieser Geschichte zu: Raven. Ein Junge mit einer Vergangenheit und einem Leben, wie man es sich dunkler kaum vorstellen kann. Als Katzenhasser, Mörder und Gewalttäter lernen wir ihn kennen, doch durch die intensiven Nachforschungen durch Officer Lynn, der «Neuen» im «Police Department» vom Dorf Trahhen, kommen bald die tragischen Hintergründe ans Licht, die Raven, wie auch seine Welt, zu dem machten, was sie jetzt sind.

Oft trügt der Schein

Denn der Schein trügt, ist doch auch Raven nur ein Opfer seiner Welt, seiner Zeit und vor allem seiner Familie. Eine düstere Geschichte über die Tabuisierung von Kindesmisshandlung und häuslicher Gewalt, die schockiert, aufrüttelt und zum Nachdenken anregt. Sind viele verurteilte Täter Opfer der Gesellschaft? Warum unternimmt man oft nichts, um Opfer und somit eventuelle zukünftigeTäter zu schützen? Wieso werden Themen wie häusliche Gewalt und Missbrauch auch heute noch totgeschwiegen? Schwerwiegende Fragen, verpackt in einem fiktionalen Roman, der sowohl fasziniert wie auch erschüttert.

Entstehung einer neuen Welt

Veranlasst durch schulische Langeweile und viel Erfinderreichtum, wurden Raven und seine Mitstreiter im Kollegium Schwyz geboren. Was als Spiel der Worte und Charaktere begann, endete im letzten Jahr in der Veröffentlichung des ersten Buches «Raven: Portrait eines Mörders» von Meily (Martina Genova) und Puh (Ursina Roma). Nach langem Suchen fanden sie glücklicherweise Unterstützung beim Info-Luecke Verlag, der ihr Erstlingswerk publizierte.

Schon früh Geschichten erfunden

Meily und Puh lernten sich im Kollegium Schwyz kennen. Als junge Schülerinnen fingen sie schon früh an, Geschichten zu spinnen und verschiedene Charaktere zu erfinden. Dass «Raven» ihre erste Veröffentlichung werden sollte, hat neben persönlichen Gründen auch den Hintergrund, das immer noch totgeschwiegene Thema der Kindesmisshandlung an den Pranger zu stellen. Auf düstere und eindrucksvolle Weise ist es den jungen Schriftstellerinnen gelungen, dieses heikle Thema in ein lesenswertes Buch zu verpacken. Die differenzierten Charaktere, die eigene kleine Welt und die spezielle Schreibweise machen «Raven: Portrait eines Mörders» zu einer zwar nicht unbedingt leichten, aber faszinierenden Lektüre. Ein zweites Werk über Peily ist bereits in Planung.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

11.01.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/6NGs3y