Maria Schibli mit ihrer Geige vor den Mythen: «Es ist ein tolles Gefühl, ein eigenes Musikstück komponiert zu haben, welches einen Bezug zur Region hat.» Bild: Ruth Auf der Maur
Maria Schibli mit ihrer Geige vor den Mythen: «Es ist ein tolles Gefühl, ein eigenes Musikstück komponiert zu haben, welches einen Bezug zur Region hat.» Bild: Ruth Auf der Maur

Musik

Maturandin komponierte den Hacktätschli-Schottisch

Die Schwyzerin Maria Schibli entschied sich für eine musisch-kreative Maturaarbeit.

Ihr sei schon bei der Auswahl des Themas klar gewesen, dass sie eine praktische Arbeit machen möchte. Im Musikunterricht im Theresianum Ingenbohl hatte Maria Schibli zudem schon einmal etwas komponieren können. «Da habe ich gemerkt, dass mir das Spass macht. Und schliesslich haben meine zwei älteren Schwestern mich ermutigt, ein Musikstück zu komponieren», erzählt die aufgestellte junge Frau, die selbst Geige spielt. Die erste Stimme im Hacktätschli-Schottisch wird dann auch von der Geige gespielt, die zweite Stimme von der Klarinette. «Die Volksmusik ist in Schwyz sehr präsent, deshalb bot sich eine Abschlussarbeit in diesem Bereich an. Zudem bestand so auch die Möglichkeit, sich mit regionalen Expert/innen auf diesem Gebiet in Verbindung zu setzen und von ihnen zu lernen.»

Viel Innerschwyzer Volksmusik gehört und Schottisch analysiert


Bevor die eigentliche Kompositionsarbeit begann, hörte Maria Schibli zu Hause oft Volksmusik und besuchte auch kleine Konzerte, zum Beispiel von den hiesigen Ländlerformationen uufwind! oder Ambäck. Um den musikalischen Aufbau eines typischen Innerschwyzer Schottisch kennen zu lernen, ging sie dreimal zu Volksmusikexperte und Klarinettist Dani Häusler, der ihr viel Fachwissen weitergeben konnte. Danach gings an die eigentliche Arbeit: «Der Anfang war am schwierigsten », verriet die bald 19-Jährige. Als Grundstruktur des Schottisch nahm sie die Klavierbegleitung mit Wechselbass und begann dazu eine 1. Stimme zu improvisieren. «Ich nahm dazu nicht die Geige, sondern probierte nur mal, mit Pfeifen oder Summen eine prägnante, eingängige Melodiefolge zu finden.» Damit aus der ersten Melodie am Schluss ein zusammenhängender, kompletter Schottisch entstehen konnte, bekam Maria Schibli auch Tipps von der Schwyzer Geigenlehrerin Rahel Marty. Sie erklärte ihr die manchmal komplizierte Musiktheorie einfacher und verständlich. Bei weiteren Fragen konnte sich die Maturandin auch an ihre Mentorin Nathalie Nussbaumer wenden.

Name vom Hacktätschli-Essen bei den Grosseltern


Woher stammt denn der lustige Name ihres Schottisch? Oft haben volkstümliche Stücke Namen, die Personen oder Ortsnamen gewidmet sind. Dabei sind witzige, aus dem Leben gegriffene Stücknamen keine Seltenheit. So war es auch bei Maria Schibli: Beim Hacktätschli-Essen bei Grosi Luise meinte Grossdädi Hans spasseshalber, sie könne den Schottisch auch nach den Hacktätschli benennen. Diese Idee fand die junge Frau originell und ist nun stolz, ihr erste, selbst komponiertes Werk in den Händen zu halten.


Der Schottisch


Ein Schottisch ist ein schneller volkstümlicher Tanz im 2/4-Takt, der dem Marsch und der Polka ähnelt. Die Herkunft der Bezeichnung ist nicht ganz klar, könnte aber laut Dani Häusler vom französischen Tanz Ecossaise – zu Deutsch Schottisch – abstammen. Ein Schottisch besteht in der Regel aus drei, manchmal auch aus vier Musikteilen, die einen unterschiedlichen Charakter aufweisen. Der (erste) A-Teil und der (dritte) C-Teil sind Melodieteile mit vielen prägnanten Melodien. Der B- und D-Teil sind oft Füll- oder Streckungsteile. Der Innerschwyzer Schottisch zeichnet sich besonders durch sein schnelles Tempo aus. Bevor das Schwyzerörgeli ab 1886 auch im Kanton Schwyz gebaut wurde, war das wichtigste Melodieinstrument in der Innerschweizer Volksmusik die Geige.


Bote der Urschweiz / Ruth Auf der Maur

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

11.02.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/bwReh4