Dani Häusler
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Musik

Dani Häusler: «Ich würde uns gerne einmal zuhören»

Der Schwyzer Musiker Dani Häusler spielt in vielen Formationen. Seit diesem Sommer ist es mit der «SF-Husmusig» noch eine mehr. Zudem steckt er sein Herzblut in die Musikhochschule Luzern.

Sie waren als Kopf der «SF-Husmusig» diesen Sommer jeweils am Sonntagabend am TV zu sehen und zu hören. Sind Sie jetzt ein Promi?

Ich merke schon, dass viele die Sendung gesehen haben. Natürlich wird geschaut. Aber ich werde höchst selten angesprochen. Es sagen ja auch die wirklichen Promis, dass man in der Schweiz noch in Ruhe gelassen wird.

Wie lange überlegten Sie, da mitzumachen?

Ich hatte ein gespaltenes Verhältnis zum Fernsehen und wie die Volksmusik dort behandelt wird. Die Musik, für die ich stehe, passte nicht in die Gefässe.Wir haben immer andere Wege gesucht, dies zwar nicht krampfhaft. Das Fernsehen hatte stets Interesse an dem, was allen gefällt. So haben wir jahrelang übers Fernsehen gelästert.

Warum sagten Sie trotzdem Ja?

Nik Hartmann, der durch die Sendung führt, hat sich persönlich bei mir gemeldet. Ich konnte das Konzept in Ruhe durchlesen und es mir überlegen. Dann sagte ich mir: Wenn sie mich schon fragen, nehme ich die Herausforderung an. Es war ja nicht «nur» eine volkstümliche Sendung, sondern eine, die darüber hinausgeht.

Nützt es Ihrer Karriere?

Man wird sehen. Der Bekanntheitsgrad ist sicher karrierefördernd, wenn man in meinem Bereich überhaupt von Karriere sprechen kann. Man ist sicher im Gespräch, und das ist gut.

Fernsehen heisst immer viel Präsenzzeit für wenig Sendezeit. War der Zeitaufwand enorm?

Für uns nicht. Das Fernsehen begann jeweils am Mittwoch an den Live-Austragungsorten mit dem Aufstellen.Wir kamen immer erst am Samstag oder Sonntagmittag dazu.

Moderator Nik Hartmann lernte jeweils in einem Blitzkurs ein Instrument kennen und spielen. Ist er ein Talent, oder mussten Sie seine Unfähigkeit überspielen?

Er ist ein musikalischesTalent und hat in seinem Leben schon viele Instrumente ausprobiert. So kannte er eigentlich bei allen die Grundlagen. Als Kind lernte er in der Musikschule Querflöte.

Sie stellten in der Sendung dem Moderator das Instrument kurz vor. Hatten Sie dies einstudiert?

Nein, das lief spontan. Manchmal konnten wir den Durchlauf besprechen, manchmal nicht. Wir überlegten jeweils kurz, was wir spielen möchten. Das entstand immer am Tag selber. Das spricht natürlich auch für meine Mitmusikanten.

Ist eine weitere Zusammenarbeit mit dem Schweizer Fernsehen geplant?

Im nächsten Jahr soll es nochmals sieben Sendungen geben. Sie werden wegen der Fussball-WM jedoch später gestartet. Ich wünsche mir noch mehr Gäste auch aus anderen Sparten, die mit uns musizieren werden. Dieses Jahr hatten wir vor allem tolle Volksmusikanten, die der «Husmusig» nahestehen.

Sie sind gebürtiger Zuger, warum wohnen Sie in Schwyz?

Wegen meiner Freundin. Sie ist von Schwyz. Ich komme aus Unterägeri.

Mit zwölf Jahren starteten Sie Ihre Karriere in der Kapelle Gupfbuebe. Spielten Sie schon damals bis tief in die Nacht hinein?

Nein, da spielte ich noch keine Freinächte. Wir traten meistens am Nachmittag oder am frühen Abend auf.

Jetzt kommt die Chilbi-Zeit. In Schwyz spielen Sie im «Ratskeller» auf. Haben Sie nie Lust, einfach mitzufeiern und nicht zu spielen?

Ich habe früher genug gefeiert. Ich gehe spielen und bin ganz froh, dass ich Musik machen kann. Obwohl: Ich würde uns gerne einmal zuhören.

Sind Sie auch an der Steiner Chilbi wieder zu hören?

Leider nicht mehr. Wir spielten während zehn Jahren im «Rössli». Nun ist die Mehrzweckhalle für uns keine Alternative. Ich finde es aber gut, dass Steinen die traditionelle Chilbi auch ohne «Rössli» weiterzieht.

Sie sagten vorhin, Sie würden sich selber gerne hören. Da dies nicht geht: Welche Formationen hören Sie sich live an?

Die Kapelle Carlo Brunner muss ich einmal im Jahr haben. Weil sie, was sie macht, am besten macht. Gehe ich hingegen an ein Konzert von Marcel Oetiker, dann bin ich gespannt, was Neues rauskommt. Oder letzthin Nadja Räss: Sie bot überraschend fast ein Comedy-Programm.

Als Sie 1996 zusammen mit Markus Flückiger mit pareglish starteten, war das komplett neu. Traditionalisten rümpften die Stirn, ein junges, offe

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

26.09.2009

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schwyzkultur.ch/KpBCJn