Die Band Lyvten ist in Deutschland beliebt.
Die Band Lyvten ist in Deutschland beliebt.
«Wir sind gemeinsam auf einer Wellenlänge», sagen die Bandmitglieder, «und stehen alle hinter den Texten». Bild: PD
«Wir sind gemeinsam auf einer Wellenlänge», sagen die Bandmitglieder, «und stehen alle hinter den Texten». Bild: PD

Musik

Lyvten: Grosser Kummer in der erweiterten Version

Deutschpunk liefern uns Lyvten mit einem kraftvollen Album: Kummer, Wut, Aufschrei. Die Band mit Schlagzeuger Tobis Zehnder wird nicht umsonst in Deutschland gefeiert. Sie drückt eine geballte Ladung Emotionen auf eine Platte.

Bildlich kann man sich die Musik von Lyvten als Typen vorstellen, der unentwegt nach vorne rennt, Wege sucht, Grenzen zu durchbrechen versucht und wütend schreiend das Gesellschaftssystem anprangert. «Bausatzkummer» heisst das neue Album. Es wurde im Oktober erstmals in der Reitschule Bern vorgestellt. Danach folgten Konzerte in Karlsruhe, Esslingen, Limburg.


Gute Spotify-Auswertungen in Deutschland


Der Sound von Lyvten kommt in Deutschland besonders gut an. Die Szene in diesem Genre ist gross beziehungsweise viel grösser als in der Schweiz. «Die Auswertungen von Streamingdiensten wie Spotify zeigen, dass wir in Deutschland rund zehnmal mehr gespielt werden», sagt Tobias Zehnder. Es sei deswegen «schön und wichtig», in Deutschland spielen zu können. Ein grosses Highlight der zukünftigen Konzerte sei das LBVersary im «Dynamo», Zürich. «Dort spielen allesamt bekannte Szenegrössen aus Deutschland», sagt Tobias Zehnder. Der Schlagzeuger aus Schwyz freut sich enorm auf dieses Festival, es sei quasi ein Familienfest. Die Bands der Szene und die Fans kennen sich. Das neue Album von Lyvten besticht durch Tempo, Klarheit und vorallem die plakativen Texte von Thorsten Polomski. «Viel zu viele Filme schon zurückgespult, durch die Jalousie dringt ein dichter Rauch. Wer meint ... der muss ... der soll, schreit das Tag dort an der Wand. Und das Licht der Welt erlischt», heisst es in «Globus Headfirst». Die Gesellschaftskritik, ein Aufruf der Revolte ziehen sich durchs gesamte Album. «Wir stehen alle hinter den Texten, wir sind gemeinsam auf einer Wellenlänge», meint Tobias Zehnder, «wir stehen vor allem für Toleranz ein.» – «Bleib so anders, wie du bist, bleib so anders, wie du bist!», singt denn auch Thorsten Polomski. Das Album wurde live eingespielt, ist daher roher als sein Vorgänger. Man hat es im eigenen Studio von Gitarrist Steff aufgenommen. Mittlerweile wurden bereits zwei Videos abgedreht, eines in einer Getränkehandlung in Bonn, das andere war eine Livesession. Im Februar/März erscheint ein weiterer Videoclip. Dieser wurde in Schwyz gedreht – wie beim Videoclip zu «Status Kompliziert» mit der Brunner Familie Fuchs als Hauptdarsteller.


Bote der Urschweiz / Nicole Auf der Maur

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

13.12.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/5DSBBL