«Sprützig» und abwechslungsreich: Die Hujässler bei ihrem Heimspiel in Schwyz. Bild Josef Grüter
«Sprützig» und abwechslungsreich: Die Hujässler bei ihrem Heimspiel in Schwyz. Bild Josef Grüter

Musik

Hujässler mit der mahnenden Grossmutter

Sie tanzen auf vielen Hochzeiten, sind aber trotzdem eine harmonische Verbindung. Die bekannte Formation Hujässler spielte vergangenen Samstag viel Schwyzerisches.

Wer kennt sie nicht, die aufmüpfigen Volksmusikhelden Dani Häusler und Markus Flückiger. Sie gehören unbestritten zur Elite derSchweizer Volksmusik. Doch manchmalwird ihnen das traditionell volkstümliche Korsett zu eng. In verschiedenen Formationen brechen sie jeweils aus. Einer dieser Ausbruchsversuche, und zwar ein äusserst origineller und erfolgreicher, ist die Formation Hujässler. Dort spielen sie seit rund 14 Jahren mit Sepp Huber (Bass) und Reto Kamer (Klavier) zusammen. Jazzige Kompositionen mit überraschenden Wechseln, fadengerade Ländlermusikteile, rockig-poppig klingende Stücke, ab und zu Klangelemente, die nach Zigeunermusik tönen, dies alles bildet das abwechslungsreiche Repertoire der Kapelle. Bekannte Grundelemente, die man sich von der traditionellen Schweizer Volksmusik gewohnt ist, sind nicht so häufig.

«Sprützig»und melancholisch

«Sprützige» Teile, welche von Lebensfreude strotzen, wechseln sich ab mit nachdenklichen, melancholischen Melodien. Doch abund zu wieder ein Urchiger, das passt wunderbar ins Programm. Markus Flückiger und Dani Häusler wohnen seit Jahren in Schwyz. Dass sie sich hier wohlfühlen, merkte man nicht nur ihrer Spielfreude an, welche sie bei ihrem Schwyzer Auftritt an den Tag legten. Nein, ein Blick auf ihr aktuelles Repertoire zeigt, wo sie zu Hause sind. Da finden sich Stücke mit dem Titel «Im Gibelwald», «Goldseeli» oder «Blick uf e Urnersee». Den Titel «Stärnägottgrüeziabenand» musste jedoch Dani Häuslernäher erklären. Häusler: «Da war ich im Restaurant Haggenegg am Kaffee trinken. Die beiden Mädchen des Hauses kamen mit schmutzigen Schuhen ins Haus. Die Grossmutter, wenig erfreut, ermahnte die Kinder, Stärnägottgrüeziabenand, wie gsehnd ier us?» Ein ermahnendes Wort, aber doch nicht geflucht. Und übrigens: ein typischesHujässlerstück. Mit etwas Fantasie hört man bei den Pianoeinsätzen die mahnende Grossmutter.

Bote der Urschweiz (Josef Grüter)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

07.11.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/BHygqd