Kraftvoll und ausdrucksstark: Vera Kaa, hier im Duett mit Bruno Dietrich. Bild Sandrine Hedinger
Kraftvoll und ausdrucksstark: Vera Kaa, hier im Duett mit Bruno Dietrich. Bild Sandrine Hedinger

Musik

Kein Blues für Sissies und Tussis

Mit ihrer ausdrucksstarken Stimme zeigteVera Kaa am Samstagabend ganz nach dem Motto «Kopf hoch, Brust raus» ihre langjährige Erfahrung mit dem Blues.

Für zwei Stunden lud Vera Kaa am vergangenen Samstagabend in den Chupferturm in Schwyz und präsentierte ihr elftes Album «50 Ways». Lange Zeit ist es her, seit die Luzernerin das letzte Mal auf dieser Bühne stand. Mit viel Leidenschaft und Können wechselte sie zwischen Englisch und Mundart hin und her und verstand es, mit ihrer humorvollen Art dem zeitlosen Blues frischen Wind einzuhauchen. So widmete sie den eingängigen Song «Blues Ain’t for Sissies» der weltweit bekannten Heidi Klum und ihrer Sendung «Germanys Next Topmodel» und witzelte augenzwinkernd: Es soll Frauen geben, denen auch nach so vielen Jahren Stimmrecht als grösstes Ziel vorschwebt, mit 17cm hohen High Heels möglichst fehlerfrei in einer «eigentlich saublöden Show» über den Laufsteg zu stolzieren.

Erinnerungen

In «Sweetly Gone» schwelgte die rockige und doch gefühlvolle Sängerin in Erinnerungen und rief dazu auf, wahr, echt und ehrlich zu sein und nicht einfach die Lippen zusammenzupressen, sodass nur noch ein Strich zu sehen ist. Neben demWechsel der Sprachen stattete sie auch anderen Musikrichtungen einen Besuch ab, fand aber stets zurück zum Blues.

Singen wie ein «Herrgöttli»

Mit 50 Jahren soll man grosszügiger und milder werden. Vielleicht ist gerade diese Gelassenheit, vereint mit der langjährigen Erfahrung, die Vera Kaa von der Bühne strahlt, der Schlüssel zur Zufriedenheit. Kleine und grosse Dinge In ihren Liedern singt sie über die kleinen und grossen Dinge dieser Welt, nimmt sich selbst nicht immer ganz ernst und gewinnt so die Sympathien des Publikums. Mal langsam, mal schnell, kommt auch im Duett mit ihrem Drummer Bruno Dietrich, der «singt wie ein Herrgöttli», ihre rauchige Stimme zum Ausdruck. Seit über dreissig Jahren ist Vera Kaa auf der Bühne zu Hause und bleibt sich dabei stets treu. Nach zwei Zugaben und einem Handküsschen ins Publikum hatte sie bewiesen, dass es ihr gelungen ist, «50 Ways» zu finden, den Blues zu singen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.01.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/LwPQdY