Schweizerische Erstaufführung unter der Leitung von Raphael Immoos: Der gebürtige Brunner ist Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik in Basel.
Schweizerische Erstaufführung unter der Leitung von Raphael Immoos: Der gebürtige Brunner ist Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik in Basel.

Musik

Konzertprojekt in Schwyzer Kirche

Unter der Leitung von Raphael Immoos kommt am Palmsonntag das Konzertprojekt «Exodus» der Hochschule für Musik in Basel in der Schwyzer Pfarrkirche zur Aufführung. Im Mittelpunkt steht das Werk «Der Durchzug durchs Rote Meer» des Mozart-Freundes Johann Nepomuk Hummel.

Unter dem Titel «Exodus» werden am kommenden Sonntag zwei Konzerte ineinander verwoben. Mit «Kontakt infiziert» des 70 Jahre alten Luzerners Alfred Knüsel kommt es zu einer Uraufführung. «Der Durchzug durchs Rote Meer» des bekannten österreichischen Komponisten und Pianisten Johann Nepomuk Hummel (1178–1837) ist eine schweizerische Erstaufführung. Die Entdeckung des als verschollen geglaubten Oratoriums wurde 2004 gefeiert.

Ein neu entdecktes Werk

Hummel gilt als einer der bedeutendsten Pianisten seiner Zeit, wurde von Mozart unterrichtet und gefördert. Zwischen ihnen entstand eine enge Freundschaft. «Sein undatiertes, zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstandenes Werk widmet sich der biblischen Erzählung des Durchzugs durch das Rote Meer und erinnert an die Tonsprache von Haydns ‹Schöpfung› und ‹Jahreszeiten›», schreibt Raphael Immoos in der Vorschau auf das einmalige Konzert in Schwyz.

Überraschend und original

Es darf dem Stil nach der Wiener Klassik zugeordnet werden. «Ein genaues, sensibles Hinhören verspricht manche Überraschung und Originalität – so beispielsweise die Verwendung einer Gitarre und einer Harfe, die farbige Ausgestaltung der Rezitative und die kammermusikalische Ausarbeitung der Solistenensembles.»

Geräuschfeld mit Textfetzen

«Kontakt infiziert – sechs Reaktionen auf Unterdrückung» betitelt Alfred Knüsel seine Komposition, die in Hummels Oratorium eingestreut wird und ein faszinierendes Spannungsfeld erzeugt. Die sechs kurzen Einschübe von einer bis zwei Minuten Dauer sind Erinnerungen – Eingebungen der Unendlichkeit des Leidens. Knüsel bedient sich dabei der vielfältigen Ausdrucksweisen der menschlichen Stimme. «Aus dem Geräuschfeld blitzen textierte Melodiefragmente auf, welche zeitweise an Gregorianik erinnern », schreibt Raphael Immoos. «Das musikalische Material und die Textfragmente stehen in einem faszinierenden Spannungsverhältnis zu Hummels Oratorium.» Bei Knüsels Komposition handelt es sich um einenAuftrag der Hochschule für Musik im Zusammenhang mit dem neu entdeckten Werk von J. N. Hummel.

Steckbrief des Konzerts

Das Konzert unter der Gesamtleitung von Raphael Immoos findet am Sonntag, 17. April, um 17.00 Uhr in der Pfarrkirche Schwyz statt.

«Der Durchzug durchs Rote Meer», Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Johann Nepomuk Hummel, Kammerchor und Orchester der Hochschule für Musik, Basel. (Schweizerische Erstaufführung.)

dazwischen

Uraufführung «Kontakt infiziert – sechs Reaktionen auf Unterdrückung» für Vokalensemble a cappella. Von Alfred Knüsel (geb. 1941 in Luzern).

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

13.04.2011

Webcode

schwyzkultur.ch/HxbCSs