Beim «Rambach-Naturjuuz» spürt man die Jodel-Begeisterung bei Bruno Betschart (Mitte). Bild Reto Betschart
Beim «Rambach-Naturjuuz» spürt man die Jodel-Begeisterung bei Bruno Betschart (Mitte). Bild Reto Betschart

Musik

«Man ist schon etwas unter Zeitdruck»

Der Unterhaltungsabend vom Echo vom Mythen ist für Jodler Bruno Betschart jeweils ein Freudentag, der ziemlich lange dauert. Reto Betschart begleitete ihn durch den Tag.

Bruno Betschart aus Seewen ist Aktivmitglied beim Jodlerklub Echo vom Mythen, der am vergangenen Samstag den Unterhaltungsabend durchführte. «Die Vorbereitungen beginnen jeweils am Morgen, wo wir den MythenForum-Saal herrichten», so Landwirt Betschart. Nach dem Mittagessen kommt die Hauptprobe, bei der das gesamte Programm durchgesungen wird. Sie verläuft sehr gut. «Hauptsächlich ist das der Verdienst von unserem Dirigenten Paul Bürgler, der uns optimal auf den Auftritt vorbereitet hat.» Nachdem die Hauptprobe abgeschlossen worden ist, heisst es für Jodler Betschart nach Hause fahren, denn dort warten im Stall noch seine Kühe, die trotz Jodlerabend gemolken werden müssen. «Man ist jeweils schon etwas unter Zeitdruck, damit man es bis 18.45 Uhr wieder zum Einsingen schafft.»

Vor dem Auftritt einen Schnaps

Die Lieder und Jüüzli sitzen perfekt. Bruno Betschart, der erster Tenor singt, ist zufrieden. Mehr Kopfzerbrechen macht ihm seine Einlage als wackelnder Tenor. «Ich hoffe, dass ich auf den Beinen bleibe. Vor dem Auftritt nehme ich dann noch einen Schnaps. Das gibt Mut und ist gut für die Stimme», erzählt er lachend. Die Anspannung ist nun spürbar. Ein letzter Kontrollblick, ob die Tracht perfekt sitzt, und ab gehts auf die Bühne. Die ersten zwei Vorträge verlaufen sehr gut. Besonders beim «Rambach-Naturjuuz» spürt man bei Bruno Betschart die Begeisterung am Jodeln. «Das ist mein Lieblingsjuuz, überhaupt bin ich hauptsächlich wegen der traditionellen Naturjüüze dem Jodlerklub beigetreten», so der Familienvater.

Toni Bürgler beeindruckt mit Flaschenklavier

Nun heisst es, zurücklehnen. Jodler Betschart kann die Auftritte der anderen Formationen geniessen. Das Berner Jodlerchörli Bärg u Tal zeigt, dass der Naturjuuz auch in anderen Landesteilen gepflegt wird. Mit«Dr Flösser» von Jakob Ummel begeistern die neun Berner Jodlerinnen und Jodler die Zuschauer. Für viel Stimmung sorgt auch Toni Bürgler junior am Flaschenklavier, der vom Ländlertrio Chuchirascht begleitet wird.

Wackelnde Tenöre bleiben auf den Beinen

Mit verschiedenen Sketchs bringen die Echo-Jodler viel Abwechslung in den Jodlerabend. So auch Bruno Betschart, der als einer der drei wackelnden Tenöre die Besucher zum Lachen bringt. «Es gab glücklicherweise keine heiklen Momente während dieses Auftritts», erklärt er danach erleichtert. «Schon ein schönes Gefühl, wenn man in einem voll besetzten MythenForum auftreten darf. Das zeigt uns, dass die Pflege des traditionellen Naturjuuzes geschätzt wird.» Gross ist die Erleichterung, als auch der letzte Auftritt fast reibungslos über die Bühne geht.«Eine kleine Unsicherheit hatten wir beim letzten Lied», stellt der 32-Jährige rückblickend fest. Fertig ist der Abend allerdings noch lange nicht, es wird noch zum Tanz aufgespielt. «Ich verzichte darauf, das Tanzbein zu schwingen, ich bin nicht so der Tänzer. Aber das gemütliche Zusammensein und das Anstossen auf den erfolgreichen Abend gehören einfach dazu», betont er, bevor um zwei Uhr in der Früh bereits wieder das Aufräumen beginnt. Schon drei Uhr zeigt die Uhr, als Jodler Bruno Betschart den Heimweg antritt. Die Bettruhe dauert allerdings nur drei Stunden, denn rufen wieder die Kühe im Stall.

Bote der Urschweiz (Reto Betschart)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

07.11.2016

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schwyzkultur.ch/6SV3Z3