Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847) wurde vor 200 Jahren geboren und besuchte 1831 den Kanton Schwyz.
Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847) wurde vor 200 Jahren geboren und besuchte 1831 den Kanton Schwyz.

Musik

Mendelssohn: Höchstes Lob und Schimpf und Schande

Vor 200 Jahren ist der weltbekannte Komponist Felix Mendelssohn- Bartholdy (1809–1847) geboren. Auf seiner Schweizer Reise durchwanderte er im Spätsommer 1831 auch den Kanton Schwyz und hielt seine Eindrücke in einem Tagebuch fest.

Mendelssohn war schon 1822, damals 13 Jahre alt, mit seiner Familie in der Schweiz. Es gefiel ihm so gut, dass er neun Jahre später die ihm ans Herz gewachsenen Orte in der Schweiz erneut besuchte und darüber ein Tagebuch führte, das er seiner Mutter widmete.

«Unbegreiflich schön»

«Ich bin auf dem Rigi. Weiter braucht ich nichts zu sagen, Ihr wisst das übrige, denn Ihr kennt den Berg. Wenn nur nicht alles so unbegreiflich schön wäre», lautet der Eintrag vom 30. August 1831. Diesen Abend verbrachte er auf Rigi Kulm, die er, von Luzern über «Mörlischachen» und Immensee kommend, von Arth her – wo er zu Mittag ass – in zweidreiviertel Stunden erreichte. Als er oben ankam, schwärmte er in den höchsten Tönen von der Aussicht: «Wenn man so aus den Bergen kommt und dann noch den Rigi sieht, das ist, als käme am Ende der Oper die Ouvertüre und andere Stücke wieder.»

Das lustige Alphorn

In Schwyz hielt er am nächsten Abend nochmals Rückschau auf den Sonnenaufgang auf der Rigi. «Der abnehmende Mond, das lustigeAlphorn, die lange dauernde Morgenröte, die sich erst um die kalten, schattigen Schneeberge legte, die weissen Wölkchen über dem Zugersee, die Klarheit und Schärfe der Zacken, die sich in allen Richtungen gegeneinander neigen, das Licht, das sich nach und nach auf allen Höhen zeigte, die trippelnden, frierenden Leute in ihren Bettdecken, die Mönche aus Maria zum Schnee – nichts hat gefehlt», schreibt er seiner Mutter. «Ich konnte mich nicht von dem Anblick trennen und blieb noch sechs Stunden fortwährend auf der Spitze und sah den Bergen zu. (...) Auch kamen ab und zu Leute, und man plauderte von den schweren, ängstlichen Zeiten, von Politik und von den hellen Bergen drüben.» Erst morgens um halb elf (am 31. August) machte er sich auf den Weg und wollte über Lauerz, Schwyz und über die Haggenegg noch gleichentags Einsiedeln erreichen. Beim Abstieg brach ihm bei Lauerz der Regenschirm. Weil ihn dann ein starker Regen im Aufstieg zum Haggen überraschte, kehrte er um und übernachtete in Schwyz.

«Ausgebälgte Spitzbuben»

Der nächste Eintrag datiert vom 1. September 1831, geschrieben im «Pfauen» in Rapperswil. Die Tonlage ist nun komplett anders. «Ich kann aber vor Wut kaum zu Worte kommen, die Einsiedler sind ausgebälgte Spitzbuben, haben mich betrogen, irregeführt, alles mögliche Unangenehme.» Sein Zorn entzündete sich daran, dass ihm sein (einheimischer) Reisebegleiter einen falschen Weg zeigte: Statt wie geplant in Weesen landete er schliesslich in Rapperswil. Er zieht ziemlich unzimperlich über die Einsiedler her: «Das ganze Nest, wie sich’s um das aufgeblasene Kloster hergelagert hat, und die betenden Menschen auf der Landstrasse und die stolzen Pfaffen und die geschmacklos verzierte Kirche mit zwei falschen Orgeln (das heisst, die nur aussehen wie Orgeln und gar nicht zum Spielen sind); das alles hat mich schon ennuyiert*, aber gar noch so angeführt zu werden von einem Einsiedler.» Proklamation ans Volk Und etwas weiter steht: «Was mich noch in Einsiedeln ärgerte, war, dass ich auf einer Wiese eine Proklamation an das Volk fand, und dass mein Führer ein ganzes Paket anderer Proklamationen in entgegengesetztem Sinne bei sich trug, um sie zu verteilen. Wenn Kinder gern die Grossen spielen, ist’s lächerlich; aber ein Volk! Und dabei das vornehme Wohlleben im Kloster und das wundertätige Bild, von geheilten Armen und Beinen umgeben! Wenn da eine wirkliche Revolution käme, so würde sie fürchterlich ernsthaft werden, darum sollten sie doch lieber nicht damit spassen.»

Die «süperben Mythen»

Besser weg kommt die Wegbeschreibung von Schwyz über den Haggen: «Gerechtigkeit muss sein, der Weg über den Haken ist prächtig. Dass man selten davon erzählen hört, begreif ich, denn er ist ziemlich steil und beschwerlich von Schwyz her, dafür entschädigt einen dieAussicht auf den Vierwaldstätter- und Lowerzer See, die Schneeberge drüber, der frische Wind und die lustigen Quellen, die Wiesen und Waldungen auf der anderen Seite, die Spitzen, d

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

27.08.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/rt21yu