Musikalisch unterwegs: Nadja Räss und ihre Mitmusiker präsentierten eine Stimmreise durch Welten, Musik und Zeit. Bild Christian Ballat
Musikalisch unterwegs: Nadja Räss und ihre Mitmusiker präsentierten eine Stimmreise durch Welten, Musik und Zeit. Bild Christian Ballat

Musik

Reise von Hollywood bis Appenzell

Nadja Räss, Dani Häusler, Marc Scheidegger und Richard Hugener erzählten mit ihrer Musik Geschichten. Sie nahmen das Publikum ohne Worte mit in die Vergangenheit und die Gegenwart, weit weg und ganz nah.

Das Konzert «Stimmreise» im MythenForum begeisterte gegen 200 Gäste. Sie erlebten, wie man in 75 Minuten musikalisch in neue und alte Welten eintaucht, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren. Der Schwyzer Dani Häusler nahm mit seinen Klarinetten nicht nur die Stimmen der Einsiedler Jodlerin Nadja Räss auf, er liess als Erster auch seine Stimme zum Einsatz kommen. Auch Marc Scheidegger an der Gitarre und Richard Hugener am Bass setzten im Verlaufe des Abends stimmlich in die Jodellieder ein.

Ein Minimum an Requisiten

Mit Sonnenbrille und Schal etwa waren die Requisiten auf ein wohltuendes Minimum beschränkt. Vier Stühle, scheinbar ziellos und doch ganz bestimmt ihren Standort auf der grossen Bühne wechselnd, zeigten die Reiseetappen an. Etappen, in denen die vier mal gemeinsam, dann wieder jeder für sich unterwegs waren, ohne einander je aus den Augen und Ohren zu verlieren.

Zurück zu den Wurzeln

Im Mittelpunkt stand die glasklare Stimme von Nadja Räss. Egal, wohin die Musiker mit ihrem Spiel die Jodlerin führten, sie nahm die Klänge auf, ging mit viel Musse darauf ein und setzte sie mit ihrer Stimme um, entwickelte sie weiter und liess so jedes Stück zu einem berührenden Gesamten werden. Die freischaffende Künstlerin kehrt immer wieder zu ihren Wurzeln – dem Jodel – zurück. Es wird spürbar, wie sie der Musik die Wurzel zieht, sie neu einpflanzt, wachsen und entwickeln lässt.

Plötzlich ganz ruhig

Und plötzlich werden die Erzählungen wieder ganz ruhig, das Erwachen des Tages ist zu spüren. Das Publikum hört zu, wie bildlich die Wanderschuhe angezogen werden, die Reise entlang sanft im Wind wiegenden Bäumen und rauschenden Bächen geht, wo Instrumente und Stimme weit kräftiger in Erscheinung treten.Die Stimmreise nahm die Gäste dann auch wieder mit in den besinnlichen Abend, führte jodelnd zu Swing und Rock und kam beim Talerschwingen zu einem weiteren Halt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

08.04.2011

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schwyzkultur.ch/s6b6GM