Hundert Chorstimmen mit dem 40-köpfigen Orchester auf der Bühne in der Kollegikirche. Bild Patrick Kenel
Hundert Chorstimmen mit dem 40-köpfigen Orchester auf der Bühne in der Kollegikirche. Bild Patrick Kenel

Musik

Rossinis Meisterwerk intoniert

Die Auszüge aus der Tell-Oper, welche der Küssnachter AmadeusChor aufführte, faszinierten mit klangvoller Musik und szenischen Handlungen.

Zum 20-Jahr-Jubiläum des AmadeusChors wollte sich die musikalische Leiterin Agnes Ryser eines speziellen Projekts annehmen. Dazu hat sie ein bekanntes klassisches Werk bearbeitet, welches noch dazu in unserer Region spielt: die Oper «Guillaume Tell» von Gioachino Rossini. Aus der beinahe fünfstündigen Oper stellte Ryser ein 90-minütiges Konzert zusammen. «Die Vorarbeit hat rund drei Jahre gedauert, während der viele Puzzlesteine zusammengefügt werden mussten», erklärte sie am Samstagabend nach dem ersten der beiden Konzerte im Gespräch mit dem «Boten». Der zweite Auftritt folgte gestern wie üblich in der Pfarrkirche Küssnacht.

Stimmungsvoll

Für die Dirigentin war klar, dass die Ouvertüre in voller Länge durch das Donau-Symphonieorchester aus Budapest aufgeführt werden sollte. Ihre auch von Posthörnern her sehr bekannte Melodie zeichnet ein Stimmungsbild des Urnersees von ruhig bis stürmisch. Danach begann das eigentliche Konzert, bei dem der AmadeusChor vom Männerchor und vom Jugendkonzertchor Küssnacht unterstützt wurde. ImWechselspiel mit den Chören traten die fünf Solisten mit Stimmlagen von Sopran bis Bass in Aktion, welche mehrere der Akteure aus der Tellsage verkörperten.

Lang anhaltender Applaus

Aus musikalischen Gründen hat Rossini in seine Fassung des Tell-Dramas anstelle von Sohn Walter eine weibliche Jemmy eingebaut. Dieser Part (am Konzert gesungen von Clara Meloni) ist ein Koloratursopran, welcher teilweise als durchdringende Stimme die Chöre im Hintergrund übertönt. Ebenso durchdringend war der ausdrucksstarke Sprecher Res Marty. Von der Kanzel herab las er Auszüge aus Schillers «Wilhelm Tell» und eingängige Szenenbeschriebe. Die Schlüsselszenen mit Rütlischwur und Apfelschuss wurden durch die fünf Solostimmen mitgestaltet. Für diese Darbietung erhielten die Profis nach dem finalen vierten Akt wie Chor und Orchester lang anhaltenden Applaus aus dem Publikum.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

10.11.2014

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schwyzkultur.ch/r6fpvT