Der berühmte Brunner Komponist Othmar Schoeck (1886–1957).
Der berühmte Brunner Komponist Othmar Schoeck (1886–1957).
Interessante Arbeit: Victor Burkhardt vor Othmar Schoecks Original des Konzert-Marsches (rechts) und seiner Instrumentierung (links). (Bild Ruggero Vercellone)
Interessante Arbeit: Victor Burkhardt vor Othmar Schoecks Original des Konzert-Marsches (rechts) und seiner Instrumentierung (links). (Bild Ruggero Vercellone)

Musik

Schoeck-Marsch instrumentiert

Der Schwyzer Victor Burkhardt hat einen Marsch des Brunner Komponisten Othmar Schoeck instrumentiert, sodass die Komposition aus dem Jahre 1907 nun erstmals gespielt werden konnte. Am 1. August wird der Konzert-Marsch im Radio DRS 2 zu hören sein.

Der Brunner KomponistOthmar Schoeck (1886–1957), dervor allem mit seinen Liedern, Chorwerkenund seinem ViolinkonzertRuhm erlangte, ist bekannt dafür, dassseine Kompositionen nicht zu denleicht sing- und spielbaren gehören.Aus Othmar Schoecks Komponistenfeder stammen auch drei Märsche: der Brunner Standschützenmarsch, der Militärmarsch und der Konzert-Marsch. Allen diesen Märschen fehlte aber die Instrumentierung. Das heisst: Der Komponist hatte nicht vermerkt, welches Instrument was zu spielen hat und – nicht ganz unwichtig – wo welches Instrument auch zu schweigen hat.

Der Konzert-Marsch für Harmoniemusik, auch o. Op. 28 genannt, wurde von Othmar Schoeck 1907 für das Eidgenössische Schützenfest in Zürich komponiert. Da sich das Werk aber als zu schwer erwies, wurde es weder instrumentiert noch aufgeführt. Es lag 102 Jahre in der Schublade.

Uraufführung durch Armeespiel
Der heute 86-jährige Schwyzer Victor Burkhardt, als langjähriger Blasmusik-Fachlehrer im Lehrerseminar, jahrzehntelanger Dirigent der Feldmusik Schwyz, der Musikgesellschaft Brunnen und Erstfeld bekannt und seit den Fünfzigerjahren Inhaber eines Musikverlages, hat sich an die Aufgabe gemacht, den Konzert-Marsch zu instrumentieren. «Das waren rund 50 Stunden interessanter und spannender Arbeit», sagt Burkhardt. Er hatte bereits früher Schoecks Brunner Standschützenmarsch instrumentiert und am 24. Mai 1959 anlässlich der Einweihung des Schoeck-Denkmals in Brunnen mit der Musikgesellschaft Brunnen uraufgeführt. Unter den Zuhörern weilte damals auch Bundesrat Philipp Etter.

Durch Burkhardts Arbeit wurde nun auch Schoecks Konzert-Marsch spielbar. Die Symphonik-Formation des Schweizer Armeespiels unter der Direktion von Philippe Bach hat den anspruchsvollen Marsch am 11. Juli an einem Gala-Konzert im Kursaal Interlaken uraufgeführt. Das Werk erhielt grossen Applaus vom Publikum und Wertschätzung vonseiten der Musiker. «Ich konnte leider nicht dabei sein, da ich zu diesem Zeitpunkt in Österreich in den Ferien war», erzählt Burkhardt.

Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben. Zu hören ist der knapp sieben Minuten dauernde Konzert-Marsch in der Instrumentierung durch Victor Burkhardt am 1.August um 21.40 Uhr im Radio DRS2.

Auch dritten Marsch instrumentiert
Victor Burkhardt hat inzwischen auch den dritten Schoeck-Marsch, den sogenannten Militärmarsch, instrumentiert. Dieser ist aber offiziell noch nie aufgeführt worden.
Bote der Urschweiz (Ruggero Vercellone)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

29.07.2009

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schwyzkultur.ch/6aJkij