Vergnügt: Die Musiker der Hudaki Village Band gemeinsam in Aktion. (Bild: Patrick Kenel)
Vergnügt: Die Musiker der Hudaki Village Band gemeinsam in Aktion. (Bild: Patrick Kenel)

Musik

Ukrainische Tanzmusik kam an

Nicht 500 Menschen, sondern eine deutlich kleinere «Hochzeitsgesellschaft» unterhielt die Hudaki Village Band am Samstagabend im Chupferturm. Sie trat dort zum zweiten Mal auf.

Sie kämen aus einem Dorf im Herzen Europas, das auf keiner Landkarte zu finden sei, so stellten sich die «Hudaki» vor. Obwohl sie weiterhin in erster Linie Dorfmusikanten sind, die dort an Hochzeiten aufspielen, sind die Bandmitglieder schon weit herumgekommen. Dem Tourprogramm ist zu entnehmen, dass sie oft in der Schweiz auftreten. Sie bringen von dort traditionelle, lange überlieferte Lieder mit. Nachdem beispielsweise die Juden aus Nischnje Selitschtsche, die einst die besten Hochzeitstänze spielten, deportiert worden sind, übernahmen Roma deren jiddische Musik. Die jüngsten Einflüsse der Popmusik haben davor offenbar haltgemacht. Kaum waren die Musiker auf der Bühne, entfesselten die Trommel und das hackbrettartige Cimbalon den Rhythmus und verschmolzen mit den anderen Instrumenten und den weiblichen Gesangsstimmen.

Schweisstreibende Rhythmen

Die Übergänge zwischen den Stücken waren teils nahtlos. Bei Unterbrüchen führte Flötist Yura Bukovynets, ein gebürtiger Wiener, den es als Aussteiger in die Karpaten gezogen hat, durchs Programm. Er erklärte: «An den Festen wird mindestens 20 Minuten am Stück gespielt und gesungen, bis alle schweissnass sind.» Als kleine Einlagen bewegten sich die Musiker tänzerisch auf der Bühne, und der Geiger spielte sein Instrument einmal gekonnt mit der Hand hinter dem Rücken. Zwischen all den virtuosen Melodien mit fröhlichem bis dramatischem Inhalt passte während des Konzerts im Chupferturm Schwyz dann auch eine ruhige, beinahe andächtige Soloeinlage der jungen Sängerin Olga Senynets.



Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.06.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/NJBnLK