Vierhändiges Orgelspiel an der Goll-Orgel mit Katja Lassauer und Alois Koch.
Vierhändiges Orgelspiel an der Goll-Orgel mit Katja Lassauer und Alois Koch.
Der Männerchor Schwyz sang die «Deutsche Messe» von Franz Schubert, begleitet von einem Instrumentalensemble
Der Männerchor Schwyz sang die «Deutsche Messe» von Franz Schubert, begleitet von einem Instrumentalensemble
Die Solo-Jodlerinnen des Jodlerclubs am Rigi, Goldau: Monika Nötzli (von links), Ursi Gasser und Doris Iten. Bilder Peter Fröhlich
Die Solo-Jodlerinnen des Jodlerclubs am Rigi, Goldau: Monika Nötzli (von links), Ursi Gasser und Doris Iten. Bilder Peter Fröhlich

Musik

Zwölf Konzerte während zwölf Stunden

Das Kirchenklangfest cantars in der Kollegikirche überzeugte mit einem überraschenden Programm.

Womit soll man als Zuhörer bloss mit Berichten beginnen? Mit der Tatsache, dass über 300 Musizierende in zwölf Konzerten während zwölf Stunden den Klangraum Schwyzer Kollegikirche bespielten? Mit dem musikalischenWechselbad, welches einen über eine so lange Zeit nicht bloss bei Laune hielt, sondern auf hohem Niveau unterhielt, mehr noch, bereicherte? Mit der Vielfalt an Musikstilen und Besetzungen, die am vergangenen Sonntag zu erleben waren? Vielleicht sollte man schlicht und einfach zuerst festhalten, dass man das erleben durfte, als was das musikalische Grossereignis im Vorfeld angekündigt worden war, nämlich ein «Kirchenklangfest» im wörtlichen Sinne, und erst noch eines der besonderen Güte.

Eindrückliche Akustik

Punkt 12.00 Uhr eröffnete das renommierte Blechbläserensemble Lucerne Chamber Brass zusammen mit Peter Fröhlich an der Kollegiorgel festlich den musikalischen Reigen mit Musik aus dem Barock bis hin zum frühen 20. Jahrhundert. Blechbläser und Orgel nutzten unter dem Motto «Dolby Surround » mal gemeinsam, mal separat die eindrückliche Raumakustik. «Psalmen, die berühren», versprach der Titel des darauffolgenden Konzerts von Gabriela Bürgler, Sopran, und Stephen Smith, Orgel. Der Kontrast zum gerade eben Verklungenen hätte grösser nicht sein können. Dvoraks «Biblische Lieder» und die absolut stimmige Interpretation durch die beiden Ausführenden verwandelten die Kollegikirche in einen grossen Meditationsraum. Die 90-köpfige Musiziergemeinschaft aus Brunnen füllte den Chor der Kollegikirche, und das Publikum tat es ihr in den Kirchenbänken gleich. Was der Singkreis Brunnen, der Kinderchor Allegro und das Orchester Brunnen unter der Leitung von Stefan Albrecht in ihrem vierzigminütigen Konzert boten, war hinsichtlich Qualität und Vielfalt in dieser kompakten Form mitreissend. Instrumental begleitete Werke trugen zu diesem Ergebnis ebenso bei wie die anspruchsvollen A-cappella-Kompositionen von Nystedt und Duruflé.

Kinder berührten

Die eigentlichen Lieblinge des Publikums waren verständlicherweise die 30 Kinder des Jugendchors Allegro. Durch ihr begeisterndes Singen liessen die Zuhörenden ungeachtet des Konzerttitels «Hebt die Herzen himmelan» ihre Herzen und Ohren auf die Musizierenden ausgerichtet. Symphonisches von Wagner und Bruckner auf der Orgel gespielt? Dafür sorgten Katja Lassauer und Alois Koch in vierhändig zu spielenden Transkriptionen. Dank dem Jodlerklub Alpenklänge aus Brunnen und dem Jodlerclub am Rigi aus Goldau wurde das Kirchenklangfest in Schwyz auch durch volkstümliches Liedgut bereichert. Nichts wirkte dabei aufgesetzt, künstlich oder gar deplaziert; ganz im Gegenteil, die heimatverbundenen, wohlklingenden Weisen fanden in der Kollegikirche einen passenden Resonanzraum. Vier weitere Chöre mit je eigener Prägung waren angekündigt. Fast hatte man den Eindruck, einer Art «Chorgesang mit Variationen» beizuwohnen. Da war der gross besetzte Männerchor Schwyz (Leitung Peter Fröhlich) mit der «Deutschen Messe» von Franz Schubert: Klangfülle, wo diese passte, im Kontrast zu leisen Passagen, und dies alles begleitet von einem ad hoc Bläserensemble. In eine völlig andere musikalische Welt entführte der Gemischte Chor Schwyz. Dem Motto «Völkerverbindend» folgend, sprang der Funke bei Liedern aus Irland, Israel und Afrika zuerst von der Dirigentin Barbara Suter-Kraft auf ihre Mitmusizierenden im Chor und im Instrumentalensemble über; kein Wunder, fing auch das Publikum schnell und nur zu gerne Feuer. Die Kirchenmusikgesellschaft Schwyz hatte sich mit dem Kirchenchor Seewen zusammengetan. Kirchenmusik aus dem 19. Jahrhundert stand auf dem Programm. Dirigentin Katja Lassauer interpretierte stilsicher und mit grosser Musikalität eine Messe aus dem Kreis des Cäcilianismus. Der Chor und Organist Peter Fröhlich folgten ihren Intensionen auf sehr schöne Art. Dies wurde insbesondere im a cappella gesungenen Ave Maria deutlich, womit ihr Konzert zu Ende ging.

Solist überzeugte

Wiederum eine andere Facette kirchen

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.06.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/C1SkqL