Die Bäume verleihen der Ausstellung etwas Mystisches. Foto: zvg
Die Bäume verleihen der Ausstellung etwas Mystisches. Foto: zvg
Die Bäume verleihen der Ausstellung etwas Mystisches. Foto: zvg
Die Bäume verleihen der Ausstellung etwas Mystisches. Foto: zvg

Dies & Das

Sagen – Realität oder Fiktion?

Die neue Ausstellung im Forum Schweizer Geschichte Schwyz widmet sich den Sagen aus dem Alpenraum.

Ab sofort kann man im Forum Schweizer Geschichte Schwyz in die Welt der Sagen eintauchen: Der heldenhafte Wilhelm Tell, die Teufelsbrücke oder der berüchtigte Pilatusdrache sind vielen ein Begriff. Doch wo nehmen sie ihren Ursprung? Die Ausstellung «Sagenhafter Alpenraum», die bis zum 2. Oktober dauert, geht der Entstehung der teils jahrhundertealten Erzählungen auf den Grund und widmet sich der Frage, wie sie weiterverbreitet wurden.

Geräuschkulisse sorgt für mystische Stimmung


«Wir möchten das Sagengut wieder lebendig machen», erklärt Pia Schubiger, die Kuratorin der Ausstellung. Dazu sollen die sorgfältig ausgewählten Exponate und überlieferten Bilder dienen. So zum Beispiel die Armbrust von Wilhelm Tell, Amulette und Medaillen, die den Schutz vor dämonischen Einflüssen versprachen, oder ein Gemälde der Teufelsbrücke. «Bei Sagen verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion», so Pia Schubiger. Denn einerseits thematisieren sie oftmals historische Ereignisse, die tatsächlich stattgefunden haben, andererseits tauchen darin Geister, Drachen, Hexen und andere Geschöpfe auf. Bei der Gestaltung der Ausstellung kommen beide Elemente vor. In der Mitte der Räume stehen beige Bäume, deren Stämme verschlungen sind. Das gedimmte Licht taucht alles in eine mystische Atmosphäre, die durch die Geräuschkulisse noch intensiver wirkt. Leise Kirchenglocken, Windrauschen, Orgelklänge und Donnergrollen unterbrechen die Stille, in der Ferne hört man die Rufe eines Kauzes.

Vom «Toggeli» bis zum «Sennentuntschi»


Die Geräusche kommen aus einem kleinen Raum, in dem unzählige Kerzen brennen. Sie stehen für die armen Seelen, die den Schritt ins Jenseits nicht geschafft haben und über die man sich heute noch Sagen erzählt. In einem Rundgang werden zudem Johann Jakob Scheuchzer und die Brüder Grimm vorgestellt, die eine wichtige Rolle in der Überlieferung der Sagen gespielt haben. Ein Teil der Ausstellung dreht sich um das «Toggeli», das Albträume verursachen kann, und das «Sennentuntschi », zu dem eine ziemlich blutige Sage erzählt wird. Auf den Bänken liegen Kopfhörer bereit, die man aufsetzen kann, um sich die Sagen anzuhören. In einem anderen Raum wird ein Film gezeigt. Es besteht sogar die Möglichkeit, selber eine Sage zu erzählen. Dafür steht ein Mikrofon bereit. Für die Kinder hat es im Treppenhaus ein nachgebildetes Lagerfeuer und einige Kostüme, damit sie sogar selbst zu Protagonisten einer Sage werden können.

Einsiedler Anzeiger / Alena Gnos

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

29.04.2022

Webcode

www.schwyzkultur.ch/qRcskJ