Literatur

Silvia Götschi zu ihrem neuen Werk «Wetterleuchten über Schwyz»

Die bekannte Schweizer Bestsellerautorin Silvia steht Red und Antwort zu ihrem neuesten Krimi «Wetterleuchten über Schwyz» und gibt einen Einblick das Werk.

Die Schweizer Bestsellerautorin Silvia Götschi fasst ihren neuesten Krimi «Wetterleuchten über Schwyz» so zusammen: Es geht um ein boomendes Hotel in den Bergen während der 1980er-Jahre. Doch es hat eine dunkle Vergangenheit, das mit dem einstigen Besitzer zu tun hat. Mysteriöse Vorkommnisse und das Verschwinden dreier Frauen weisen den Weg zu einem Verbrechen, das vor gut dreissig Jahren in Schwyz geschehen ist.


Redaktion: Beschreiben Sie die wichtigsten Hauptpersonen kurz und knapp.

Götschi: Hannes Brandenberg, der bald siebzigjährige Hotelbesitzer ist bekannt für seine Performances, welche seine Gästeschar unterhalten. Wilhelmine Favre als Brandenbergs Sekretärin hat einen Fulltime-Job im Hotel, was weit über ihre eigentliche Tätigkeit im Büro hinausgeht und Domenico Esposito, der langjährige Chef-Kellner, der pedantisch ist und besondere Macken machen.  Dann noch Alice Lindemann, die einstige Psychologiestudentin, die seit längerer Zeit ohne Job ist, absolviert ein Überbrückungsjahr im „Amadeo“ und lernt das Leben hinter den Kulissen eines Hotels kennen.

 

Redaktion: Die Arbeitswelt im Hotel ist gut beschrieben. Wie haben Sie recherchiert?

Götschi: Meine Zeit als Sekretärin in verschiedenen Hotels in Davos half mir dabei, den Charme, die Arbeit im Büro, in der Küche, im Service und auf den Etagen sowie den Kontakt zu den Gästen locker einzufangen. Wie immer stecken meine Fantasie und mein gutes Vorstellungsvermögen dahinter. Die persönliche Herausforderung bestand darin, die Zeit im Buch um vierzig Jahre zurückzudrehen.

 

Redaktion: Sie haben  die Suittes Sage in der Geschichte erwähnt. Sagen sind spannend und gibt es viele in der Schweiz. Was hat Sie daran fasziniert?

Götschi: Ich finde es spannend, Sagen in ein Buch einfliessen zu lassen oder zu beschreiben, wie manche Ortsnamen entstanden sind. Oft vertiefe ich mich in mündliche Volksüberlieferungen, die ja mittlerweile zu Papier gebracht wurden. Dadurch kann man das eine oder andere über einen Ort herausfinden. Die Faszination an Vergangenem steckt schon ein wenig in mir.


Redaktion: Was verbindet Sie mit dem Kanton Schwyz? Warum spielt das Buch dort?

Götschi: 1999 kehrte ich aus Davos, wo ich 18 Jahre meines Lebens verbracht hatte, in die Innerschweiz zurück. Damals wurde ich in Küssnacht am Rigi sesshaft. Es war fast naheliegend, dass ich einmal eine Romanfigur in diesem Kanton ansiedeln würde – Valérie Lehmann. Es kam dazu, dass ich «111 Orte über den Kanton Schwyz, die man gesehen haben muss» schrieb. Ich kann von mir nicht behaupten, jede Ecke des Kantons zu kennen, aber es sind viele. Für die Reihe «Alibi – Tour de Suisse» im Dörlemann-Verlag bin ich fast ein wenig «zuständig» für Schwyz, obwohl sich die Geschichte an x-beliebigen Orten spielen liesse.

 

Redaktion: Das Buch spielt im Dezember. Wie ist es für Sie als Autorin, in anderen Jahreszeiten zu schreiben?

Götschi: Es war Winter, als das Buch entstand. Nun erscheint es im Frühling. Mich inspiriert jede Jahreszeit. Ich muss mich aber aktuell nicht darin befinden. Oft schreibe ich im Winter einen Roman, der im Sommer spielt. Dann kann echtes Ferienfeeling aufkommen oder ich kühle mir im Sommer meine Gedanken mit einer Geschichte ab, die im Winter angesiedelt ist. Ist doch toll, wenn man beim Schreiben reisen kann, wohin man will …

 

Redaktion: Ausblick in die Zukunft. Was ist geplant? An was arbeiten Sie im Moment?

Götschi: Gerade eben habe ich einen neunen Roman mit komplett neuen Figuren geschrieben. Ich mag es, vom Festgefahrenen wegzukommen und Neues zu kreieren. Es hat mir grossen Spass gemacht. Diesmal geht es in die schöne Südschweiz, nach Lugano und als Parallelgeschichte nach Pattaya/Thailand. Es sind zwei Stränge, die zusammenkommen – einer aus den 1980er-Jahren und einer aus heute. In vierzig Jahren hat sich gar vieles verändert. Eines ist geblieben: das Problem mit den Drogen. Dies wird im neuen Thriller thematisiert. Aktuell arbeite ich am zwölften Fall für die Valérie-Lehmann-Reihe. Sie spielt sage und schreibe wiederum in Schwyz («Mythenmord»).

 

SKP

Autor

SchwyzKulturPlus

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Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

16.06.2026

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