Eine Blätzmaske – und doch anders: Sie weist unverkennbar asiatische Züge auf, die Augenbrauen und der Schnauz sind aufgeklebtes Fell. Bild Patrick Kenel
Eine Blätzmaske – und doch anders: Sie weist unverkennbar asiatische Züge auf, die Augenbrauen und der Schnauz sind aufgeklebtes Fell. Bild Patrick Kenel

Volkskultur

Blätzmaske aus Bali in Basel

Das Ethnologische Museum der Stadt Basel macht eine auf Bali gefertigte Maske im Stil des Blätz zum Thema – nicht hinter Vitrinen, sondern in einer neuen Ausstellung, den Sinn menschlicher Beziehungen zeigend.

Nach einem grossen Umbau wurde das Museum der Kulturen Basel kürzlich neu eröffnet. In einer Sonderausstellung sind seither einige ausgewählteTeile aus dem über 300 000 Objekte umfassenden Fundus des traditionsreichen Völkerkundemuseums zu sehen. Darunter befindet sich eine balinesische Maske, die unverkennbar die Züge des Schwyzer Blätz aufweist. Unter dem Titel «EigenSinn – Inspirierende Aspekte der Ethnologie» setzt sich die Ausstellung unter anderem mit Inszenierungen auseinander.

Kulturelle Bedeutung

Laut den Basler Kuratoren drücken Inszenierungen kulturelle Bedeutungen aus, bei dieser Maske den Umgang mit dem Fremden. «Maskenaufführungen, wie sie in Bali vorkommen, sind Paradebeispiele für Inszenierungen. Wir haben in unseren Sammlungen festgestellt, dass aus allen Erdregionen Masken vorhanden sind, die Europäer darstellen und uns quasi einen Spiegel vorhalten», erklärt der für Südostasien zuständige Kurator Richard Kunz.

Via Brunnen nach Basel

Früher gehörte diese Blätz-Holzmaske Max Weber (1941–1992) in Brunnen. Er war damals Chefkoch im Bali- Beach-Hotel in Sanur. Kunz nimmt an, dass Weber diese Blätzmaske nach Vorlagen aus der Schweiz bei Schnitzer Wayan Tedun in Auftrag gegeben hat. 1989 gelangte die undatierte Maske in den Besitz des Basler Museums, wo sie nun erstmals dem Publikum gezeigt wird. Noch bis mindestens Ende Jahr soll diese Ausstellung dauern. Dass Basel auch auf die eigene Fasnachtstradition stolz ist, belegt das Exponat daneben: Eine Künstlerin aus Mali hat aus Papiermaché eine Basilisk-Larve im Stil ihrer afrikanischen Heimat angefertigt.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

25.01.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/bGiBRq