Das Finale: Beim «Schaulaufen» der fünf besten Nüssler wollte keiner klein beigeben. Bild Roger Bürgler
Das Finale: Beim «Schaulaufen» der fünf besten Nüssler wollte keiner klein beigeben. Bild Roger Bürgler

Volkskultur

Der Gemeindepräsident kanns am besten

Welch Freude für die Schwyzer Nüssler. Lange musste die (Haupt)platzherrschaft beim Nüsseln den Ibächlern oder im Ausnahmefall einem Rickenbächler überlassen werden. Am Freitag siegte mit Hugo Steiner ein Schwyzer Blätz, notabene der amtierende Gemeindepräsident.

Die Archive sagen es nicht genau. Aber man darf davon ausgehen, dass am Freitag in Schwyz ein Stück lokale Fasnachtsgeschichte geschrieben wurde. Der Schwyzer Nüssler Hugo Steiner ist aktuell der Amtshöchste aller fünf Jahreszeiten: als Gemeindepräsident und als Gewinner des Preisnüsselns.

Junge Nüssler im Vormarsch

Dem leidenschaftlichen Fasnächtler und früheren Präsidenten der Schwyzer Nüssler gelang nämlich am Freitagabend als amtierender Gemeindepräsident das Kunststück, mit einem beachtlichen Vorsprung das Schwyzer Fyrabig-Nüsseln zu gewinnen. Und dies vor vier Schwyzer Hudis, welche vom Kampfgericht deutlich schwerer zu bewerten sind als ein Blätz. Von den Ibächlern, welche seit Jahren die Narrentanz-Elite stellen, war nahezu nichts zu sehen. Doch immerhin war unter den 30 Maschgraden mit dem Ibächler Rottherr Peter Lüönd (als Hudi) einer der besten Nüssler überhaupt mit dabei. Aber gegen die Schwyzer in Topform hatte auch er nichts zu melden und wurde gerade mal Neunter. Auch wenn viele gestandene Nüssler-Koryphäen fehlten, so wurde der fasnächtliche Wettkampf immerhin mit vielen jungen Fasnächtlern freudig aufgemischt. Trotzdem müssen die Schwyzer Nüssler vorsichtig sein, dass ihr an sich grossartiger Anlass nicht etwa dem Teilnehmermangel zum Opfer fällt. Der kulturhistorische Schaden wäre immens.

Alex Frei nüsselte mit

Närrischer Farbtupfer war einmal mehr der Ibächler Rottrat Dani Gwerder, der mit einem original Basler Grind und entsprechendem Gwändli vorzüglich nüsselte und sich als Alex Frei ausgab. Eine interessante Erkenntnis offenbarte sich übrigens am Freitag. Ein Ministerrat der Schwyzer Nüssler muss nicht zwingend ein Meister des Narrentanzes sein. Stefan Dettling (Medienverantwortlicher) und Petra Senn (Garderobenverwalterin) belegten die beiden letzten Plätze, was aber aufgrund der geringen Teilnehmerzahl doch noch je ein «Täfeli» gab. Hier zählte definitiv mitmachen vor gewinnen. Und dies dürfen sich einige andere Maschgraden künftig auch hinter die Maske schreiben.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

21.01.2013

Webcode

schwyzkultur.ch/MifBSn