Aufmarsch der Japanesengesellschaft: Hesonusode CXVII Pa-dii begrüsste die Besucher auf der Chlepferbühne.
Aufmarsch der Japanesengesellschaft: Hesonusode CXVII Pa-dii begrüsste die Besucher auf der Chlepferbühne.
Gimmermeh Christian Schnetzler: Die Finanzen der Japanesengesellschaft sind in einem Spieljahr unwiderruflich auf Sponsoren angewiesen, auch wenn das Gmeindsfäscht (Bild) den Kurs stark nach oben gedrückt hat. Bild Josias Clavadetscher
Gimmermeh Christian Schnetzler: Die Finanzen der Japanesengesellschaft sind in einem Spieljahr unwiderruflich auf Sponsoren angewiesen, auch wenn das Gmeindsfäscht (Bild) den Kurs stark nach oben gedrückt hat. Bild Josias Clavadetscher

Volkskultur

Erstmals ein Tenno drei Jahre im Amt

Die Verschiebung des Japanesenspiels um ein Jahr hat der Produktion zwar mehr Zeit verschafft, aber auch eine kaiserliche Ausnahmeregelung nötig gemacht. Erstmals in der 155-jährigen Geschichte amtiert ein Hesonusode drei Jahre.

Ein Japanesenspiel findet dieses Jahr zwar nicht statt, dafür wurde die japanesische Reichsversammlung sehr spielerisch genommen: Verlosung der Traktanden, Michelle Hunziker als Glücksgöttin, ein Sprüchewettbewerb fürs nächste Spiel, repräsentative Umfragen für die Jappopress und – angestachelt durch die momentane Zwischen- Wahlzeit – auch recht viele polit-ironische Schwarztreffer.

Massenhaft Ideen

So fiel etwa der Vergleich der National- und Ständeratswahlen mit dem Schwyzer Wetter: Der Föhn kommt und geht und macht Kopfweh. Oder die sehr empfehlenswerte Verpflichtung von Frau Hildebrand, um die Japanesenkasse mit Devisengeschäften auf Vordermann zu bringen. Oder der Antrag der Güdelzischtiger, für die bunt gekleideten Kronräte endlich ein einheitliches Tenue anzuschaffen, wie in Nordkorea oder im Gemeinderat Muotathal. Auch wurden laufend Nebelschwaden unter den Tischen und im Weinglas produziert oder dazwischen der Gong vonTamtamier Dieter Gemsch zuerst gepfändet und dann abtransportiert. Gemsch wechselte auf einen Kochtopf.

MehrZeit für Japanesenspiel

Wegen der verheerenden Katastrophe in Fukushima haben die Japanesen bekanntlich ihre Spielsaison um ein Jahr verschoben. Dadurch hat das Projekt ein Jahr mehr Vorbereitungszeit erhalten. Jetzt laufen die Spielvorbereitungen wieder an. Autor Viktor Weibel erklärte, dass das Konzept stehe, es in seinem Kopf kribbele und er Ende Mai den Text abliefern werde. Versprochen. Der Spielinhalt, der Titel und Szenenauszüge werden der Spielerschar und damit der Öffentlichkeit am 31. August vorgestellt. Bereits über den Sommer beginnt die Rekrutierung der Darsteller, Statisten und all der Helfer. Gesamthaft muss ein Ensemble von rund 200 Personen zusammengestellt werden. Die Proben beginnen im Herbst 2012.

Mit Nachbarn abgesprochen

Definitiv fixiert sind auch die Spieldaten. Wie OK-Präsident Kaspar Michel erklärte, wird am Freitag/Samstag, 1./2. Februar 2013, gespielt, also am Wochenende vor dem Schmutzigen Donnerstag, sowie am 8., 9. und 10. Februar, dem Fasnachtswochenende. Die Japanesen haben sich mit benachbarten Vereinen abgesprochen, um nicht mit anderen Grossanlässen zu kollidieren. So findet am Sonntag, 3. Februar, kein Spiel statt, weil die Brunner Nüssler zu ihrem 75-Jahr-Jubiläum einen grossen Umzug durchführen. Eine Absprache auch mit der Sennengesellschaft Schwyz, die am 27. Januar 2013 ihre traditionelle Sennenchilbi durchführen wird. Das bringt insofern den Vorteil, so Bauchef Willy Kälin, dass die Sennenleute Bühne und Tribüne werden mitbenützen können. Auch am Schmutzigen Donnerstag selber wird nicht gespielt.

Ausnahme für den Tenno

Im Weiteren hat nichts geändert: gleiches OK, gleicher Spielort auf dem Hauptplatz, gleiche gedeckte Tribüne für 550 Leute, gleich grosses Budget von rund 400 000 Franken. Die Regie liegt bei Urs Kündig, die Produktion bei Stephan Schlegel, die Musik bei David Bürgler, das Bühnenbild bei Matthias Ulrich, alles wie gehabt. Eine Sonderregelung allerdings war auf dem Thron selber nötig. Die Amtszeit eines Kaisers ist «basisdemokratisch» in der Regel auf ein Jahr beschränkt, im Spieljahr auf zwei Jahre. Wegen der Spielverschiebung mussten die Japanesen nun beide Schlitzaugen zudrücken und Hesonusode CXVII Patrik Bamert auf drei Jahre wählen. Dies ist das erste Mal in der Geschichte der 155-jährigen Gesellschaft.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

07.01.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/WKrEKC